Dachstuhl wird komplett abgetragen
Der Hausbock sitzt im Gebälk

Münster-Wolbeck -

Der Dachstuhl des Alten Amtshauses am Steintor ist nicht mehr zu erhalten. Das bestätigte das Denkmalamt.

Donnerstag, 21.12.2017, 05:12 Uhr

Der Hausbock hat dem Gebälk  des Dachstuhls des Alten Amtshauses arg zugesetzt. Er ist auch nach den Untersuchungsergebnissen des Amtes für Denkmalschutz nicht mehr zu erhalten.
Der Hausbock hat dem Gebälk  des Dachstuhls des Alten Amtshauses arg zugesetzt. Er ist auch nach den Untersuchungsergebnissen des Amtes für Denkmalschutz nicht mehr zu erhalten. Foto: na

Es war eine Überraschung der unangenehmsten Art, die das Bauunternehmer Natrup bei den Umbauarbeiten des Alten Amtshauses zu einem Wohnungs- und Bürogebäude vor rund einem halben Jahr erleben musste: Der Hausbock, umgangssprachlich auch Holzbock genannt, sitzt im Gebälk des Dachstuhls. Ein Befall höheren Ausmaßes, das wurde schnell festgestellt.

Die detaillierten Untersuchungen ergaben dann, dass, die statische Konstruktion gebrochen ist und dass ein Erhalt des Dachstuhls nicht zu verantworten sei. Er müsse, so die Mitteilung des Bauunternehmers, komplett abgetragen und neu gebaut werden. Ist die Tatsache eines Hausbocksbefalls für jeden Bauträger ohnehin schon eine schlimme Nachricht, so kommt im Falle des Alten Amtshauses am Steintor noch einen erschwerenden Faktor dazu: Das 1923 erbaute Amtshaus steht unter Denkmalschutz. Das bedeutet, dass zwar Umbaumaßnahmen vorgenommen werden dürfen, Abrissarbeiten aber nicht.

Der Weg zum Amt für Denkmalschutz war jetzt natürlich unumgänglich, die Untersuchungsergebnisse vom nicht mehr zu erhalt- nen Gebälk wurden eingereicht. Das Denkmalschutzamt habe dann, nachdem es eigene Untersuchungen durchgeführt hatte, den äußert schlechten Zustand des Gebälks bestätigt, so das Bauunternehmen Natrup, das durch diesen nicht erwarteten Zwischenfall nicht ganz unerhebliche Zeitverzögerungen in seinen Planungen hinnehmen muss. Mit dem Abtragen des Daches solle nun Mitte Februar begonnen werden, Mitte April, so hofft das Unternehmen, ist der neue Dachstuhl fertig.

Dann wird auch der Umbau des Erdgeschosses weitergehen, das am Ende Platz für zwei Gewerbetreibende mit Büroflächen bieten soll. Zudem ist auch der Umbau des Obergeschosses angelaufen. Sieben Mietwohnungen, deren Decken teilweise mit dem alten, weißen Stuck verziert sein werden, sind geplant.

Ihrer Fertigstellung deutlich dem Ende entgegen streben dagegen bereits die zehn neuen Wohnungen im angrenzenden 3,5 geschossigen Neubau, für den ein aus den 1960er Jahren stammendes Nebengebäude des Amtshauses abgerissen worden war. Der Estrich soll bis vor Weihnachten fertig verlegt sein, die Fliesenarbeiten Mitte Januar beginnen. Besonderes Kennzeichen des Neubaus: ein (fast) gläserner Fahrstuhl, dessen Endstation direkt in der Wohnung im Obergeschoss des Neubaus liegt.

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