Viele Stammkunden bedauern die Schließung der Metzgerei Kolata an der Marktallee
Abschied von einer Institution

Münster-Hiltrup -

Abschiednehmen von einer Institution mit Ausnahme-Status, ja eigentlich zweien, hieß es am Samstag in der Metzgerei „Kolata“ von Renata und Bernd-Ulrich Loheide.

Montag, 28.03.2016, 00:03 Uhr

Viele persönliche Abschiede, Blumen und Grußkarten gab es am letzten Tag der Metzgerei Kolata, einer Institution an der Marktallee.
Viele persönliche Abschiede, Blumen und Grußkarten gab es am letzten Tag der Metzgerei Kolata, einer Institution an der Marktallee. Foto: anh

Mitunter weiß man nicht, wer wen tröstet im Laden an der Marktallee . Eine Frau bricht mitten im Satz ab, sie ist wohl den Tränen nah. Etliche verabschieden sich persönlich bei den Inhabern, aber auch bei den Angestellten. „Von vielen kommen schon die Kinder“, so bringt Renata Loheide die Verwurzelung der Metzgerei auf den Punkt.

Die Theke ist voll besetzt, auch mit einer Angestellten, die eigentlich den Mittagstisch versorgt, der aber am Samstag geschlossen ist. Sie wollte diesen Tag auch auf keinen Fall verpassen.

Ebenfalls hinter der Theke emsig ist Sebastian Reinicke – der früher mal dort gearbeitet hat und jetzt seinen Meister macht. Einen gespickten Braten hat er für den besonderen Tag zubereitet, auch der ist um zehn Uhr verkauft. Das Angebot ist fast wie sonst, auch die Präsentation: „Da steckt auch am letzten Tag viel Herzblut drin“, sagt Renata Loheide, „man macht es mit Herz oder man lässt es.“

Die Kundin Bettina Fedders bringt einen Karton mit Primeln – für alle Beschäftigten. Auch einige Grußkarten kann Metzgermeister Bernd-Ulrich Loheide in ein Regal stellen. „Dann muss ich jetzt nach Münster“, bedauert eine Frau. Andere verweisen auf die Hammer Straße, Rinkerode oder auch auf Wolbeck . „Wir haben es noch gut, weil wir den Wochenmarkt haben“, einmal die Woche. Hiltrup mit etwa 30 000 Einwohnern habe jetzt keinen Metzger mehr. Wolbeck hat zwei. Den Discounter-Angeboten mit ihrer „Fabrik-Ware“ sind viele Kolata-Kunden nicht sonderlich zugetan.

Noch eine weitere Lücke entsteht: Wo solle man jetzt eine täglich wechselnde Mahlzeit aus gut bürgerlicher Küche in Hiltrup bekommen? In Hiltrup-Ost gebe es immerhin einen Imbiss. Mit Kolata verschwinde auch eine rare Quelle für eine runde Mahlzeit gerade für ältere allein stehende Männer, bedauern mehrere, unter ihnen Heinz Hülsbömer („ein herber Schlag ist das“) und Günter Pannott. Wolbeck hat mehrere Anlaufstellen für den Mittagstisch, vom Südzipfel bis in den Dorfkern.

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