Windräder in Sandrup
Entscheidung frühestens im Februar

Münster-Sandrup -

Mit offenen Fragen endete am 7. November der Erörterungstermin für das Genehmigungsverfahren für zwei Windräder in Sandrup bei der Bezirksregierung Münster. Am Dienstag ging es mit einem Termin vor Ort weiter.

Dienstag, 12.12.2017, 19:12 Uhr

Unterschiedliche Darstellungen gibt es beispielsweise von der Höhe der Windräder. Dezernent Wolfgang Hennemann (l.) nahm sich Zeit beim Termin in Sandrup.
Unterschiedliche Darstellungen gibt es beispielsweise von der Höhe der Windräder. Dezernent Wolfgang Hennemann (l.) nahm sich Zeit beim Termin in Sandrup. Foto: kaj

Die Stadtwerke beabsichtigen, in Sandrup zwei Windräder mit einer Höhe von 150 Metern, einer Naben-Höhe von 85 Metern sowie einem Rotordurchmesser von 130 Metern zu errichten. Die Rotoren enden damit 20 Meter über dem Boden. Die Interessengemeinschaft Sandrup wendet sich gegen dieses Vorhaben.

Zum Ortstermin in Sandrup trafen sich am Dienstagmittag Antragsteller und Gegner mit Dezernent Wolfgang Hennemann von der Bezirksregierung und Bernhard Korthues vom Bauordnungsamt der Stadt Münster zunächst in der Zufahrt zum Heimathaus.

Dort befindet sich ein Standort, für den eine Visualisierung im Gutachten vorgelegt worden war. Vor Ort wurde deutlich: Die Darstellung des Gutachtens stimmte mit der Darstellung, die die Interessengemeinschaft Sandrup ausgearbeitet hatte, nicht überein. Trotz Dachterrasse und Wintergarten im ersten Stock hatte es im Gutachten geheißen, sei eventuell eine Sichtbeziehung von den Standorten aus möglich. „Eventuell ist da gar nichts“, merkte Burkhard Bölling von der Interessengemeinschaft an.

Zweiter Standort beim Ortstermin war Böllings Haus am Max-Klemens-Kanal, 385 Meter von der geplanten Windenergieanlage 1 entfernt. Im Gutachten gibt es dazu ein Bild vom Heidegrund aus mit Blick auf das Haus. Dazu wird angemerkt: „Im Rücken des Fotografen bestehen bereits sichtverschattende Elemente.“ Damit ist wohl das Ackerrandgehölz gemeint, das von Böllings aus allerdings verschwindend niedrig wirkt.

Auch Familie Roters hätte direkte Sicht aufs etwa 380 Meter entfernte 150 Meter hohe Windrad: Da geht es ebenfalls um die optisch bedrängende Wirkung. Dass diese Entfernung nicht reichen soll, „kann ich nicht verstehen“, sagt Franz Roters.

Vor Februar, so Dezernent Hennemann, werde es keine Entscheidung der Bezirksregierung geben. Und die beziehe sich nur auf formelle Fehler.

Dezernent Hennemann hatte schon beim Erörterungstermin betont, dass es keine Ermessensentscheidung gebe: Wenn die gesetzliche Voraussetzungen erfüllt seien, müsse die Genehmigung erteilt werden.

Falle diese für die Windräder aus, werde die Interessengemeinschaft Sandrup sofort vor Gericht gehen, kündigte Burkhard Bölling an. In den Gutachten gebe es eine Vielzahl von beschönigenden Darstellungen, Ungereimtheiten und abweichende Daten: „Wenn ich mit falschen Grundlagen arbeite, komme ich zu falschen Ergebnissen.“

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