Bildstock an der Coermühle Zeichen der Volksfrömmigkeit

Münster-Coerde / Sprakel -

Der Bildstock „Jesus am Ölberg“ steht idyllisch neben der Aa. 2005 fand die Sandstein-Arbeit „Jesus am Ölberg“ ihren Standort in Aa-Nähe – als Nachfolgerin des alten Bildstocks, der wohl in den Jahren um 1750 an der ehemaligen Coermühle errichtet wurde.

Von Katrin Jünemann
Eine schöne Arbeit ist dieser Bildstock an der Coermühle bei Haus Coerde.
Eine schöne Arbeit ist dieser Bildstock an der Coermühle bei Haus Coerde. Foto: kaj

Der Bildstock „Jesus am Ölberg“ steht idyllisch neben der Aa, die am Haus Coerde mal rauscht, mal murmelt – je nach Wasserstand. Es ist eine Arbeit des Künstlers Stefan Rosendahl im Auftrag des Heimatvereins Sandrup-Sprakel-Coerde.

Wer den Bildstock in diesen Tagen passiert, wird bemerken, dass er sich optische wieder klar und deutlich präsentiert. Grüne Schlingpflanzen, die den Sockel umzingelten, hohe Brennnesseln zur Linken und Rechten sind ebenso verschwunden wie aufschießender Strauchwuchs.

Alfred Bölling , Vorsitzender des Heimatvereins, hatte sich unlängst mit Gartengeräten bewaffnet, um den Wildwuchs zu bekämpfen. Mitten in der Schlacht kam Landwirt Georg Schulze Dieckhoff mit seinem Trecker um die Kurve und sah das mühsame Werk.

Kurz und gut: Die beiden kennen sich seit ewig und drei Tagen, und Schulze Dieckhoff kümmert sich in Zukunft um den Rückschnitt. Mit dem Mähwerk hinterm Trecker ist das einfacher als mit der Hand. Der Landwirt war auch schon am Werk – das ist deutlich zu sehen.

2005 fand die Sandstein-Arbeit „Jesus am Ölberg“ ihren Standort in Aa-Nähe – als Nachfolgerin des alten Bildstocks, der wohl in den Jahren um 1750 an der ehemaligen Coermühle errichtet wurde. Als „Zeugnis der Volksfrömmigkeit“, so Alfred Bölling. Möglicherweise sei der Bildstock entstanden „im Gedenken an verschiedene Unglücksfälle, von denen aus dieser Zeit berichtet wird“, schreibt Elmar Lange vom Vorstand des Heimatvereins Sandrup-Sprakel-Coerde in Band 6 der „Heimatblätter“. 1712 sei „ein Arbeitszman mit Nahmen Gerdt“ bei einer großen Überschwemmung ertrunken. Für den Oktober des Jahres 1747 werde „von einem grausamen Sturmwind und einem leichten Erdbeben berichtet, die gewaltigen Schaden angerichtet hätten.

Den alten Bildstock transportierten die Heimatfreunde zum Heimathof. Er steht seither geschützt unterm Dachüberstand, an einem sonnigen Plätzchen, an einer Seite des von Hugo und Gertrud Merschformann gestifteten Spiekers.

Eigentlich sollte vor über zehn Jahren nur der Aufsatz des Bildstocks erneuert werden. Das war aber nicht möglich, da der Sockel zu schwach für die neue Last war. Also musste der Sockel samt Inschrift nachfinanziert werden: Alfred Bölling „verkaufte“ die 145 Buchstaben der Inschrift einzeln. Den ersten Buchstaben, ein „W“ habe Pfarrer Egbert Reers gesponsert, erzählt er. Eingeweiht wurde der neue Bildstock an der Coermühle am 21. Mai 2005.

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