Bezirksbürgermeister geht in den Rat Lokalpolitik macht ihm einfach Spaß

Münster-West -

Sein kommunalpolitisches Arbeitsspektrum ist enorm gewachsen: Am Mittwoch wurde Stephan Brinktrine (44) als neuer Ratsherr der SPD verpflichtet.

Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine wurde am Mittwoch als neues Ratsmitglied verpflichtet. Sein Amt als Bezirksbürgermeister wird er beibehalten.
Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine wurde am Mittwoch als neues Ratsmitglied verpflichtet. Sein Amt als Bezirksbürgermeister wird er beibehalten. Foto: kbö

Der Bürgermeister des Stadtbezirks Münster-West hat nun neben seinem zusätzlichen Ratsmandat auch einen Sitz im Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen, im Rechnungsprüfungsausschuss sowie in den Aufsichtsräten der Wohn- und Stadtbau und der Wohnungsgesellschaft Große Lodden mbH inne. Mit dem Abteilungsleiter einer Steuerberatungsgesellschaft sprach unser Redakteur Kay Böckling .

Herr Brinktrine, in einem bekannten sozialen Netzwerk haben Sie ein Foto Ihres verpackten Willkommensgeschenks gepostet. Darf man fragen, was drin war?

Brinktrine: Es ist das obligatorische Geschenk gewesen. Die Herren bekommen in dem Fall eine Krawatte der Stadt Münster.

Ihre erste Ratssitzung barg gleich eine gewisse Brisanz, es ging ums Preußen-Stadion. Haben Sie sich an der regen Diskussion beteiligt?

Brinktrine: Nein. Das ganze hatte ja eine gewisse Vorgeschichte. Die ganzen Vorlagen sind in den diversen Ausschüssen bereits diskutiert worden. In so eine Nummer muss man sich erst reinfinden. Es wird seine Zeit dauern, bis man in jedem Thema wirklich drin ist. Wäre es um irgendwelche BV-Belange gegangen, hätte man was dazu sagen können. Das war diesmal nicht der Fall, das wird sich aber im Laufe der Zeit bestimmt ändern.

Bezirksbürgermeister, Ratsherr und Sitz in diversen Gremien – das ist schon eine enorme zeitliche Belastung . . .

Brinktrine: Das stimmt. Das ganze Engagement, das ich in der Partei an den Tag gelegt habe, kann ich so nicht mehr leisten, weil es einfach nicht mehr geht. Das ermöglicht es mir, entsprechende Zeiträume für die Rats-Tätigkeit freizuschaufeln.

Von welchen Aufgaben reden wir da?

Brinktrine: Ich bin Schatzmeister der Partei in Münster. Allein das Amt ist enorm zeitaufwendig: Arbeit im geschäftsführenden Vorstand und im Gesamtvorstand. Jedes Gremium hat seine Sitzungen und Termine. Das wird in Zukunft wegfallen.

Das Amt des Bezirkbürgermeisters behalten Sie bei. Ist es erlaubt, die Ämter parallel zueinander auszuüben?

Brinktrine: Das habe ich im Vorfeld abgeklärt. Und zwar bereits zu der Zeit, als Robert von Olberg für den Bundestag kandidierte und ich wusste, dass ich der nächste auf der Reserveliste bin. Wäre er nach Berlin gegangen, wäre ich wahrscheinlich nachgerückt. Dass es nun so kam, damit habe ich nicht gerechnet.

Sie waren ja schon einmal im Rat . . .

Brinktrine: 2009 bin ich bei der Kommunalwahl in die Bezirksvertretung Münster-West gewählt worden als normales Fraktionsmitglied. Als Wahlkreisinhaber für Nienberge stand ich auf der Rats-Reserveliste – aber auf Platz 33 und war im Glauben: „Es werden nie so viele aufhören, dass Du noch dran kommst.“ Ein Jahr vor Ende der Legislaturperiode wurde ich eines Besseren belehrt. 2013 war ich wirklich mit meinem Platz 33 noch dran. Damals herrschte eine hohe Fluktuation. Dann war ich ein Jahr im Rat.

Und dann?

Brinktrine: Bei der nächsten Kommunalwahl wollte ich wieder in den Rat. Das hat nicht geklappt, da die SPD bei dieser Wahl zu erfolgreich war. Wir hatten viele Direktmandate, Kandidaten, die hinter mir auf der Liste standen, hatten mich überholt, sodass ich nicht in den Rat kam. Ich hatte mich zudem für die BV aufstellen lassen. Das war so gesehen mein Glück. Dass es mit dem Bezirksbürgermeister geklappt hat, war dem guten Wahlergebnis geschuldet.

Sie sprechen von „mein Glück“. Ihnen macht Politik Spaß . . .

Brinktrine: Man würde nicht soviel Zeit aufwenden, wenn es keinen Spaß machen würde. Andere sammeln Briefmarken, andere spielen Fußball, und mein Hobby war schon immer die Politik. Wenn man mit seinem Hobby etwas bewegen kann, ist das umso besser.

Die nächsten Kommunalwahlen stehen 2020 an. Liebäugeln Sie dann wieder mit den beiden Ämtern?

Brinktrine: Nein! Es macht auf Dauer keinen Sinn, die Ämter parallel auszuüben.

Wie werden Sie sich dann entscheiden?

Brinktrine: Die Entscheidung steht noch ein wenig aus. Ich habe noch Zeit, es mir in aller Sorgfalt zu überlegen.

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