Windhundrennen im Waltruper Forst
Schneller als Usain Bolt

Münster-Nienberge -

Auf der Rennbahn des münsterischen Windhundrennvereins ging am Wochenende das „Internationale Sandbahnmeister-Rennen“ über die Bühne. 85 Hunde waren am Start.

Sonntag, 22.04.2018, 19:04 Uhr

Die ungestümen Windhunde sind der ganze Stolz ihrer Besitzer, hier von Frank Neiling und Birgit Borgschulte. Foto: sn

„Die Hunde wollen einfach laufen“, sagte Ralf Borgschulte. Seit dem 15. Lebensjahr hat er Windhunde und ist einfach begeistert von den flinken Tieren. „Sie sind Sprinter“, weiß Borgschulte. Ein guter Grund, um sie beim „Internationalen Sandbahnmeister-Rennen“ starten zu lassen.

„Wir haben heute ideale Bedingungen“, meinte Frank Neiling, der Vorsitzende des ausrichtenden Windhundrennvereins Münster: „22 Grad und ein leichter Wind, das ist super für die Hunde.“ Einiges hat der Verein in jüngster Vergangenheit beim Wetter mitmachen müssen. Das Sturmtief „Friederike“ sorgte für etliche Baumschäden rund um die Anlage. Davon ist mittlerweile nicht mehr viel zu sehen, die Aktiven des Vereins haben ganze Arbeit geleistet. Nun konnte es ein unbeschwerter Renntag werden.

„Eine gewisse Anspannung ist zu spüren“, meinte Borgschulte, der auch die sportliche Leitung des Wettbewerbs innehatte. Dies betrifft mehr Mensch als Hund. Die warteten einfach auf ihren nächsten Einsatz. „Sie laufen bis zu 70 Stundenkilometer schnell“, erklärte Borgschulte. Vergleiche sind hier erlaubt: Geparden würden etwa ebenso schnell sein, meint der Windhund-Besitzer. 16 Meter in der Sekunde legten die Tiere zurück, so Neilig. Das ist übrigens schneller, als die Renn-Legende Usain Bolt zu laufen in der Lage ist. Der erreicht nämlich „nur“ eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,44 Meter pro Sekunde.

Gibt es eigentlich spezielle Trainingsmethoden für Hunde? „Viel Auslauf“, meinte Borgschulte, obwohl sie wiederum auch nicht so viel benötigten, wie oft gemeint würde. Einige, so hörte man auf dem Wettgelände, haben aber doch „Geheimrezepte“. „Wir haben es schon mal mit dem Laufband versucht“, sagte eine Besitzerin schmunzelnd. „Vieles ist einfach Veranlagung“, meinte Frank Neiling.

Insgesamt waren am Samstag 85 Hunde am Start, vom kleinen Whippet bis zum stolzen Greyhound. Apropos Whippets: Auch „Fista ze Osirisova Domu“ und „Gold Run‘s Mischief“ waren mit dabei. Das sind außergewöhnliche Namen für außergewöhnlich sportliche Hunde. Diese beiden Whippets sind nämlich amtierende Europasieger in der Sprinter-Klasse. Nun waren sie auch in Nienberge mit von der Partie.

Und es gab noch eine Premiere: Der „falsche Hase“, hinter dem die Hunde in ihrem Hetztrieb herlaufen, wurde europaweit zum ersten Mal von einer elektronischen Steuerung betrieben und nicht wie bisher von einem Motor. Das hat für internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Aus anderen Ländern gebe es Anfragen, berichtete der Vorsitzende des Windhundrennvereins. Immerhin entfalle bei dem neuen Antrieb das laute Motorengeräusch, er sei zudem umweltschonend und „super dynamisch“.

Am Sonntag stand dann noch das Präsentieren der schönsten und ästhetischsten Vierbeiner im Rahmen der Zuchtschau an. Eine Jury bewertete Kriterien wie „Gangart“ oder „Zahnstand“. Auch subjektive Eindrücke wie der „Esprit“ des Hundes flossen mit ein.

Ein gelungenes und sportliches Wochenende war das: für Vier- und für Zweibeiner.

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