Suche nach Sozialpädagogen Wichtig: Jugendliche mitnehmen

Münster-West -

Der Abschied von Tobias Holtmann hat eine Lücke in der Jugendarbeit in Nienberge hinterlassen, die seitens der Gemeinde St. Sebastian so schnell wie möglich wieder geschlossen werden soll.

Sichtet am Computer die elektronisch eingegangenen Bewerbungen: Pfarrer Dr. Hans Werner Dierkes.
Sichtet am Computer die elektronisch eingegangenen Bewerbungen: Pfarrer Dr. Hans Werner Dierkes. Foto: kbö

Daher sucht die Pfarrei Liebfrauen-Überwasser, der die Nienberger Gemeinde angehört, einen neuen Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen. Über die Anforderungen und Aufgaben sowie das laufende Verfahren sprach unser Redakteur Kay Böckling mit dem leitenden Pfarrer Dr. Hans Werner Dierkes .

Herr Dierkes, seit Ende des vergangenen Jahres ist die Stelle eines Sozialarbeiters in Nienberge vakant. Wie überraschend war der Abschied des bisherigen Amtsinhabers für Sie?

Dierkes: Für mich ist es sehr überraschend gekommen. Tobias Holtmann hat sich Ende des vergangenen Jahres mit mir in Verbindung gesetzt und mich darüber unterrichtet, dass er eine neue berufliche Herausforderung sucht und eine Stelle in Aussicht hat, in der er eine Weiterentwicklung für sich sieht.

Waren seine Gründe nachvollziehbar?

Dierkes: Absolut. Er kann sich nun in puncto Arbeitsbereich noch einmal in eine andere Richtung entwickeln. Es ist ihm schwergefallen, zu gehen. Manchmal ergibt es sich aber, dass etwas Neues kommt – und dann muss man sich eben entscheiden.

Tobias Holtmann brachte einiges auf den Weg. . .

Dierkes: Das ist richtig. Er war sehr engagiert an beiden Standorten – sowohl im Pfarrzentrum St. Sebastian selbst als auch in der Zweigstelle in Häger. Er hat durch seine Art die Jugendlichen angesprochen. Er hat sie mitgenommen auf seinem Weg, den er gegangen ist. Er hat vieles bewegt.

Durch Holtmanns Abschied und dem Antritt seines Nachfolgers im März gibt es eine mehrmonatige Vakanz. Wie wird diese ausgeglichen?

Dierkes: Diesbezüglich sind wir bemüht, eine Übergangslösung zu finden.

Reicht die Zeit bis März aus, einen geeigneten Bewerber zu finden?

Dierkes: Die Ausschreibung läuft bis Mitte Januar. Die ersten Bewerbungen sind eingegangen. Nach einer kurzen Sichtung kann ich sagen, dass einige gute Bewerbungen dabei sind. Definitiv wird sich das entscheiden, wenn auch die entsprechenden Gespräche geführt sind. Ich bin aber guter Dinge, dass wir zum 1. März jemanden finden, der – gut ausgebildet – dort die Arbeit fortführt.

Sie sagen „gut ausgebildet“. Was muss der geeignete Bewerber mitbringen?

Dierkes: Studienmäßig die entsprechende Qualifikation. Dann ist es für uns wichtig, jemanden zu haben, der auch im kirchlichen Bereich und in der Jugendarbeit tätig war. Das gilt auch für das Ehrenamt. Es sollte jemand sein, der es versteht, mit Jugendlichen umzugehen – und die Jugendlichen auch mitzunehmen. Bei den Jugendlichen eine Akzeptanz finden, auch das ist wichtig.

Auf was darf sich der neue Stelleninhaber in Nienberge freuen?

Dierkes: Ich glaube auf eine gute Infrastruktur, auf ein gemeindlich geprägtes Leben in Nienberge. Es ist eine intakte Gemeinschaft.

Seit wann gibt es eigentlich eine hauptamtliche Kraft in der Nienberger Jugendarbeit?

Dierkes: Genau kann ich das nicht sagen. Aber sicher schon seit vielen Jahren. Die Stadt Münster gibt in gewissen Abständen eine Übersicht heraus, wie es um die offene Jugendarbeit im Stadtgebiet bestellt ist. Die Situation wird dann anhand verschiedener Parameter überprüft. Und dann stellt sich heraus, wo offene Jugendarbeit notwendig ist. Nienberge ist eben einer dieser Orte. Aus diesem Grund hat die Stadt damals diese Stelle dort eingerichtet.

Um sie dann auch zu finanzieren?

Dierkes: Zu einem großen Teil ja. Ein kleinerer Teil wird von der Pfarrei finanziert.

Aber die Jugendarbeit als solche läuft schon unter der Regie der Gemeinde beziehungsweise Pfarrei?

Dierkes: Ja, das ist so. Die Gemeinde ist Träger der jeweiligen Einrichtung. Der Pfarrer ist auch derjenige, der dafür zuständig ist – quasi als Dienstvorgesetzter.

Der Vergleich hinkt zwar ein wenig, aber: Unternehmen sind teilweise bemüht, Synergien zu schaffen und drehen an Stellen-Schrauben. Die Pfarrei Liebfrauen-Überwasser hingegen schafft eine weitere halbe Stelle in Sentrup. . .

Dierkes: Die Stadt hat festgestellt, dass in diesem Bereich eine Unterversorgung besteht. So trat sie an uns heran mit der Frage, ob im Pfarrheim St. Theresia eine neue Stelle für die Jugendarbeit eingerichtet werden könnte. Es handelt sich um eine halbe Stelle. Wir haben das Angebot der Stadt gerne angenommen und die halbe Stelle ausgeschrieben.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5403157?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F141%2F