Ärger über die Buslinien R 72/73 Schülerverkehr: RVM sagt nach Kritik Überprüfung zu

Münster-Nienberge -

Kein Platz im Bus – das sorgt für Unmut. Insbesondere, wenn sowas immer wieder passiert.

Von Kay Böckling
Die Buslinie R  72 steht in Nienberge ebenso in der Kritik wie die R 73. Bemängelt wird, dass Schüler an den örtlichen Haltestellen – hier die Haltestelle Hägerstraße – einfach stehen gelassen würden. Außerdem seien die Busse oft so voll, dass Kinder und Jugendliche aus Nienberge nur Stehplätze fänden.
Die Buslinie R  72 steht in Nienberge ebenso in der Kritik wie die R 73. Bemängelt wird, dass Schüler an den örtlichen Haltestellen – hier die Haltestelle Hägerstraße – einfach stehen gelassen würden. Außerdem seien die Busse oft so voll, dass Kinder und Jugendliche aus Nienberge nur Stehplätze fänden. Foto: Hubertus Kost

Kinder und Jugendliche, die auf ihrem Schulweg an der Bushaltestelle stehen gelassen werden. Damit einhergehend ein verspätetes Erscheinen im Unterricht. Nicht zu vergessen Schüler, die wegen überfüllter Busse keinen Sitzplatz bekommen und während der Fahrt stehen müssen. „Bei Tempo 70 auf der Steinfurter Straße entspricht das wohl nicht den Sicherheitsregeln“, sagt Rolf Birwes , der den Bus-Einsatz auf der Regionalbuslinien R 72/73 kritisiert.

Die Kritik

„An der Haltestelle an der Altenbergerstraße sind die Busse aus Richtung Steinfurt bereits so voll, dass diese schon mehrmals die Kinder stehen gelassen haben“, weiß Birwes, dessen Kinder (17 und elf Jahre) mit der Linie R 72 nach Münster in die Innenstadt fahren müssen. Ein Warten auf den Bus sei unausweichlich. Und das habe ein verspätetes Erreichen der Schule zur Folge. Birwes vermutet, dass die Fahrer im Wissen um den bald folgenden Bus der Linie R 73 glauben könnten, dass der Schülertransport dadurch gewährleistet sei: „Aber das stimmt nicht. Offenbar wissen die Busfahrer nicht, dass die Linien R 72/73 spätestens am Neutor in verschiedene Richtungen fahren und somit die Kinder mit den späteren Linien nicht zum Bült kommen.“

Beschwerdebrief

Seinem Ärger hat der Vater mit einem Beschwerdebrief an den „Regionalverkehr Münsterland“ Luft gemacht. Das war im Oktober. In dem Antwortschreiben, das der Redaktion vorliegt, zeigen die Verantwortlichen Verständnis für die Kritik. Es wird aber darauf verwiesen, dass sich „gerade in den ersten Wochen nach den Sommerferien zum neuen Schuljahr die Verteilung der Schüler auf die fünf im Einsatz befindlichen Busse erst finden“ müsse. Daher könne es in dieser Zeit „zunächst zu einer ungleichmäßigen Verteilung der Schüler kommen“. In der Regel entspanne sich die Situation aber nach den ersten vier Schulwochen. Trotzdem wolle man die Lage noch einmal genauer untersuchen.

„Bis heute hat sich an der Situation nichts geändert, obwohl ich meine Beschwerde mit Anruf vom 20. November erneuert habe“, sagt Birwes, dem auch andere Familien bekannt sind, die ähnliche Beschwerden in Richtung RVM schickten – und die gleichen Antworten erhielten.

„Kontraproduktiv“

Die Praxis des RVM hält Birwes in Bezug auf den Appell, auf den ÖPNV umzusteigen, für kontraproduktiv: „Meine Kinder, die jetzt mit dem Bus fahren, werden wohl spätestens wenn sie 18 Jahre alt werden, auf ein Auto zurückgreifen, denn das Busfahren ist ihnen frühzeitig vermiest worden.“

Beim RVM sind die Probleme bekannt und die Verantwortlichen suchen nach Lösungsmöglichkeiten, wie Pressesprecher Björn Lindner sagt: „Wir wissen, dass zu den betreffenden Zeiten eine Menge los ist.“ Die Beschwerden wolle man aber zum Anlass nehmen, in dieser Woche die Sachlage zu prüfen. „Sollte sich die Notwendigkeit einer Nachbesserung ergeben, werden wir an den jeweiligen Stellschrauben drehen. Dann wird nachgesteuert“, so Lindner weiter. Das könne entweder durch den Einsatz eines größeren Busses oder eines Zusatzfahrzeugs geschehen.

Kriterien

Bleibt die Frage, nach welchen Kriterien der RVM seine Linien bedient. Lindner: „Durch Fahrgasterhebungen und zum Teil auch aus Erfahrungswerten.“ Diese könnten durchaus mit den aktuellen Gegebenheiten nicht mehr übereinstimmen. Daher die Überprüfung.

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