Pflanzaktion im Hochzeitswald 47 neue Bäume im Hochzeitswald

Münster-Nienberge -

Bei frostiger Kälte und nassem Boden gab es schon die zweite Pflanzaktion auf der 2,8 Hektar großen Erweiterungsfläche, die Platz für insgesamt 520 Bäume hat. Dieses Mal hatten sich 43 Paare entschieden, einen Hochzeitsbaum zu pflanzen.

Von Siegmund Natschke
Die Pflanzaktion auf der 2,8 Hektar großen Erweiterungsfläche des Hochzeitswalds, die Platz für insgesamt 520 Bäume hat, war sehr gut besucht.
Die Pflanzaktion auf der 2,8 Hektar großen Erweiterungsfläche des Hochzeitswalds, die Platz für insgesamt 520 Bäume hat, war sehr gut besucht. Foto: Siegmund Natschke

Im 19. Jahrhundert ist dort die Romantik-Dichterin Annette von Droste-Hülshoff entlangspaziert. Unweit von ihrem Wohnsitz, dem Haus Rüschhaus, fand sie hier Stille und Natur vor. Beides gibt es auch heute dort. Fast 200 Jahre später reiht sich dort Baum an Baum. Und jeder einzelne hat eine ganz besondere Bedeutung. Es handelt sich um einen Hochzeitswald.

In ihm können frisch getraute Paare, aber auch schon länger Verheiratete einen für sie symbolhaften Baum anpflanzen. Jetzt sind 47 Hochzeitsbäume hinzugekommen.

Einen Hochzeitswald, den habe es schon in anderen Gemeinden gegeben, sagte Reimer Stoldt vom städtischen Grünflächenamt: Es sei „wahrscheinlich“ gewesen, dass das in der Westfalenmetropole auch gut ankomme: „Der Münsteraner ist aufgeschlossen.“ Eine erste Fläche, drei Hektar groß, wurde bereits in 19 Pflanzaktionen mit 618 Bäumen bepflanzt. Diejenigen, die sich für einen Hochzeitsbaum entscheiden, fühlten sich für ihn auch verantwortlich: „Viele rufen mich an und sagen, wenn etwas mit dem Baum nicht stimmt“, berichtete Martin Krabbe vom Grünflächenamt. Die allermeisten Bäume aber gedeihen ganz prächtig.

Am Samstag, bei frostiger Kälte und nassem Boden, gab es schon die zweite Pflanzaktion auf der 2,8 Hektar großen Erweiterungsfläche, die Platz für insgesamt 520 Bäume hat.

Dieses Mal hatten sich 43 Paare entschieden, einen Hochzeitsbaum zu pflanzen. Es sind nicht immer frisch Vermählte. Bestes Beispiel ist das Ehepaar Ingrid und Manfred Oelmann aus Gievenbeck. „Wir haben vor 14 Tagen goldene Hochzeit gefeiert“, erklärte Ingrid Oelmann. Sie findet die Atmosphäre am „Haus Rüschhaus“ ganz besonders und „einfach toll“. Lange Zeit hat das Ehepaar im Südviertel gewohnt, dort hätte es keine Gelegenheit gegeben, Bäume zu pflanzen, sagt Manfred Oelmann. Hier haben sie sich nun für eine Stieleiche entschieden. Ein kleines Vogelhäuschen wurde auch noch drangehängt. Der Hochzeitsbaum soll, so Ingrid Oelmann, nicht nur für sie selbst da sein: „Unsere Kinder sollen sich einmal hier an ihre Eltern erinnern.“

„Wir freuen uns, wenn ihr Baum in Münster Wurzeln schlägt“, meinte Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson, die für jeden Baum eine Urkunde überreichte.

Die Bilanz der Pflanzaktion im Hochzeitswald: Zwölf Paare entschieden sich wie die Oelmanns für eine Stieleiche. Besonders beliebt war auch die Sommerlinde mit 15 Exemplaren. Sechs Paare pflanzten einen Spitzahorn, drei eine Vogelkirsche, und für ein Paar war die Eberesche der Lieblingsbaum.

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