Fotos vom historischen Nienberge
Spaziergang durchs historische Dorf

Münster-Nienberge -

„Erkennt jemand seinen Opa?“, fragte Reinhold Klumpe in die Runde. Und tatsächlich, immer wieder wussten die Nienberger die Namen der Personen auf den historischen Fotos, die Klumpe im Kulturforum zeigte.

Donnerstag, 30.11.2017, 18:11 Uhr

Josef Rölver (r.), Vorsitzender des Heimatvereins, und die dritte Vorsitzende Gisela Vogelsang (2.v.r.) , hatten den Vortragsabend gemeinsam mit Reinhold Klumpe (l.) geplant und organisiert. Goldschmied Josef Reifig (2.v.l.) steuerte ein Modell vom historischen Dorfkern bei.
Josef Rölver (r.), Vorsitzender des Heimatvereins, und die dritte Vorsitzende Gisela Vogelsang (2.v.r.) , hatten den Vortragsabend gemeinsam mit Reinhold Klumpe (l.) geplant und organisiert. Goldschmied Josef Reifig (2.v.l.) steuerte ein Modell vom historischen Dorfkern bei. Foto: sn

Es ging um die Geschichte des Stadtteils, die noch heute anhand von Gebäuden, Fotos und Erinnerungen nachgezeichnet werden kann. Reinhold Klumpe und Werner Döring haben das monatelang getan, mit Hilfe der Menschen aus dem Ort.

Sie recherchierten für die aktuelle Ausgabe des „Heimatblattes“, das vom Heimatverein herausgegeben wird. Nun stellte Klumpe die Ergebnisse auch im Kulturforum vor. Es geht um das „Dorf“ Nienberge. Das bestand, so Klumpe, 1844 aus 22 Häusern. Auffällig: „Um die Kirche herum gab es jede Menge Gaststätten.“ Und dort gab es noch viel mehr: Die Gasthöfe hätten damals auch „Krämereien“ gehabt, in denen sonntags die Frauen der Bauern einkauften, während ihre Männer ihren Schnaps tranken.

Mittelpunkt des Dorfkerns war das Pastorat, in dem der jeweilige Pfarrer lebte. Der hatte auch einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, in dem die Bauern der Umgebung kostenfrei arbeiten mussten. Auch eine Küsterei gab es in der Nähe. Der jeweilige Küster betätigte sich auch als Lehrer. „Bereits im Jahr 1571 hat es eine dort eine Schulstelle gegeben“, erläuterte Klumpe. In der Schule wurden 100 Kinder unterrichtet – auf einer Fläche von nur 60 Quadratmetern.

Um die Kirche herum lebten und arbeiteten auch jede Menge Handwerker, so etwa Schreiner und Schuhmacher. Und es gab natürlich viele landwirtschaftliche Betriebe. Die Nienberger wären arme Leute gewesen. „Wohlgemerkt, ich rede vom letzten Jahrhundert!“ Klumpe ging Haus für Haus durch, quer durch das jetzige Zentrum Nienberges. Heutige Wohnhäuser waren noch Schuppen und Scheunen, Baugebiete und Straßenzüge gab es noch nicht – und übrigens auch keine Straßennamen. Die wurden erst 1956 im Stadtteil eingeführt.

Besonderer Blickpunkt des Abends: Josef Reifig hatte die Häuser des historischen Dorfkerns im silbernen Modellformat nachgefertigt. Die Nienberger konnten vergleichen, wie er damals aussah und wie heute. Die scheinbar versunkene Vergangenheit des Stadtteils wurde so wieder ganz lebendig.

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