Jederhundrennen im Waltruper Forst Nicht alle kommen ins Ziel

Münster-Nienberge -

Beim Jederhundrennen, das auf der Windhunderennbahn stattfand, geht es in erster Linie um den Spaß. Und wie es der Name bereits verrät: Alle Rassen dürfen mitmachen. Doch nicht jeder Hund wollte ins Ziel.

Von Claus Röttig
Die Nienbergerin Nadine Hohnsel nahm mit ihren Vierbeinern wiederholt am Jederhundrennen teil.
Die Nienbergerin Nadine Hohnsel nahm mit ihren Vierbeinern wiederholt am Jederhundrennen teil. Foto: Claus Röttig

Frauchen kann rufen und locken, wie sie will: Der Hund hat etwas anderes im Sinn. Dabei soll er doch 80 Meter auf der Windhundrennbahn Nienberge laufen. Aber anscheinend ist dem Tier ein verführerischer Geruch in die Nase gestiegen. Kurzerhand verlässt er die Sandbahn und steckt seine Nase zwischen die Besucher. Vorbei ist es mit der Rennkarriere, die aber auch nicht wirklich angestrebt war. Denn beim Jederhundrennen, das auf der Windhunderennbahn stattfand, geht es in erster Linie um den Spaß.

Das bestätigt auch der sportliche Leiter des Windhund-Rennvereins, Ralf Borgschulte . „Jeder kann mit seinem Hund zu uns komme, um mal zu sehen, wie schnell der Vierbeiner denn nun wirklich ist.” Dabei gehe es nicht um den Sieg, auch wenn für die schnellsten sechs Hunde je ein Pokal bereitstand.

„Die Herrchen und Frauchen dürfen ihren Hund locken, es wird kein künstlicher Hase auf die Strecke geschickt.” Da können die Hundebesitzer auch in die Trickkiste greifen. „Der eine lockt mit Spielzeug, der andere ruft seinen Vierbeiner, nur das Winken mit einer Fleischwurst habe ich noch nicht gesehen”, lacht Borgschulte.

Normalerweise laufen echte Rennhunde ihre Bahnen in Nienberge. „Windhunde sind für die Hetzjagd auf Sicht gezüchtet, das Rennen brauchen die Tiere, um sich wohl zu fühlen.” Dieses Mal waren es eher Labradore, Golden Retriever oder ein Irischer Wolfshund. „Die Besucher haben einfach Spaß mit ihrem Tier und wissen am Ende, wie schnell der Hund ist – denn die Zeitmessung läuft wie bei einem echten Rennen”, so der sportliche Leiter.

Auch Nadine Hohnsel tritt mit ihrem Hund Spike an – und der Vierbeiner hat es in sich: Denn die 80 Meter schafft er in 8,39 Sekunden im ersten Lauf. Gleich zwei Mal dürfen die Vierbeiner allerdings antreten, und so reicht es am Ende für den vierten Platz auf dem Treppchen. „Ich habe schon einmal vor einigen Jahren mit meinem alten Hund bei dem Jederhundrennen mitgemacht, und es ist einfach ein riesiger Spaß”, so Hohnsel. Man wolle ja wissen, wie gut Spike mithalten könne. „Ich habe natürlich nicht mit ihm trainiert, er ist einfach von sich aus sehr schnell.”

Moderator Christian Schepers genießt in der Zwischenzeit das bunte Treiben von der Mitte des Platzes aus. „Es ist schon schön, wenn man sieht, was die Hunde so können”, sagt der Hundebesitzer. Und so manches Mal sei auch eine echte Überraschung dabei. „Da geht ein dreibeiniger Hund an den Start und legt eine Zeit vor, die andere bei Weitem nicht schaffen.” Da sei schon der sportliche Ehrgeiz geweckt. „Natürlich bieten wir, wie auch im normalen Windhundesport, keine Wetten an, dann würden wir sofort die Zulassung verlieren.” Aber man sehe schon die Wertigkeit der Tiere und die Leistungsfähigkeit. „Aber man kann es nicht genug betonen: Es geht um den Spaß, und die Tiere, die hier antreten, sind keine Rennhunde.”

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