Flüchtlingsheimunterkunft am Dingbängerweg Baubeginn Anfang 2018

Münster-Mecklenbeck -

Fünf Reihenhäuser für insgesamt 50 Flüchtlinge sollen ab 2018 in Mecklenbeck entstehen. Darüber informierten die beteiligten Ämter der Stadt Münster sowie Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine.

Von Siegmund Natschke
Informierten über Details zur neuen Flüchtlingsunterkunft (v.l.): Thomas Schulze auf´m Hofe (Sozialamt), Max Delius (Wohn- und Stadtbau), Verena Schulte-Sienbeck (Sozialamt) und Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine.
Informierten über Details zur neuen Flüchtlingsunterkunft (v.l.): Thomas Schulze auf´m Hofe (Sozialamt), Max Delius (Wohn- und Stadtbau), Verena Schulte-Sienbeck (Sozialamt) und Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine. Foto: Siegmund Natschke

Es wird konkret: „Baubeginn ist im ersten Quartal 2018“, kündigte Max Delius von der Wohn- und Stadtbau am Mittwochabend in der Aula der Peter-Wust-Schule an. Fertiggestellt sei die geplante Flüchtlingsunterkunft am Dingbängerweg dann voraussichtlich im zweiten Quartal 2019. Doch es geht um mehr als um Mauern und Steine. „Ich weiß, dass es Probleme geben kann, und das ist in Ordnung“, meinte eine Zuhörerin nach einer sehr intensiven Bürgerinformationsveranstaltung: „Was mir aber Sorge macht, ist die hohe Fluktuation: Ich werde mir kein Gesicht merken können.“

Dezentrale Unterbringung, möglichst geringe Wohnzahlen, das macht die Flüchtlingsunterbringung in Münster aus: „Darauf können wir stolz sein“, meinte Verena Schulte-Sienbeck vom städtischen Sozialamt. Um Obdachlosigkeit bei den Betroffenen zu vermeiden, habe man aber in den Jahren 2015 und 2016 „kurzfristige Interimslösungen“ gebraucht, wie etwa durch die Schaffung von Unterkünften in Holzrahmenbau oder durch die Nutzung von Bundes- und Landesimmobilien.

Die neue Flüchtlingsunterkunft in Mecklenbeck soll dagegen für einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen: „Wenn wir sie in 15 Jahren nicht mehr brauchen, was ich nicht glaube, dann kann man sie auch anders nutzen“, so die Fachfrau. Es handele sich hierbei eben um Reihenhäuser, die ohne großen Umbau auch für „normales Wohnen“ geeignet seien.

Fünf Stück sind es an der Zahl. Zwölf Quadratmeter stehen jedem der 50 zukünftigen Bewohner zur Verfügung, und dabei sind die Gemeinschaftsflächen noch anteilig mitgerechnet. „Das ist kein Luxus-Wohnen“, meinte Delius. In jedem Reihenhaus würden bis zu elf Menschen wohnen.

Das sorgte schon für sorgenvolle Gesichter bei einigen Zuhörern, aber erst recht die Planung, dass nur eine halbe Sozialarbeiterstelle sowie eine halbe Hausmeisterstelle für den gesamten neuen Komplex vorgesehen sind.

„Wie sieht es denn dann mit dem Tagesrhythmus der Flüchtlinge aus?“, wollte ein Mecklenbecker wissen: „Ist die Betreuung überhaupt gesichert?“ Das rief Thomas Schulze auf´m Hofe auf den Plan, der beim Sozialamt für die Unterbringung geflüchteter Menschen zuständig ist: „Die leben genau wie Du und ich.“ Die Flüchtlinge hätten tagsüber Sprach- und Integrationskurse und müssten sich auch um ihre Kinder kümmern. Da bleibe nicht viel Zeit.

„Kommen neben Familien auch alleinreisende junge Männer in die Reihenhäuser?“, fragte eine Zuhörerin, die die Integration dieser Gruppe als besonders schwierig ansah. Dies sei wahrscheinlich, aber man habe gute Erfahrungen mit sogenannten „Männer-WGs“ in den Flüchtlingsheimen gemacht, so Thomas Schulze auf´m Hofe. Das sei auch für Mecklenbeck denkbar. Eine Trennung von Kulturen und Nationen lehnte er dagegen ab: „Wir wollen in Münster ein kulturelles Miteinander.“

Ein Punkt sorgte zudem für Kritik: die nach Ansicht der Mecklenbecker häufig wechselnde Belegung in den neuen Flüchtlingsunterkünften. Die Bewohner würden dort, mit starken individuellen Unterschieden, zwischen einem halben und eineinhalb Jahren verbleiben, erläuterte Schulze auf´m Hofe: „Das hängt auch von der eigenen Motivation ab, eine Wohnung zu suchen.“

Die Mecklenbecker dagegen plädieren offenbar für ein langfristiges Wohnen am Dingbängerweg: „damit sie dazugehören.“ Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine erläuterte, nach Mecklenbeck kämen Flüchtlinge, die schon längere Zeit in Münster seien und so besser integriert werden könnten.

Doch bei der Fluktuation der Flüchtlinge, das bestätigten die Verwaltungsleute unisono, werde es bleiben. „Dann wird es unruhig“, meinte eine Anwohnerin des Dingbängerwegs zu dem Thema nachdenklich.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5293020?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F140%2F