Pfarrei St. Liudger Musikalische Feier des Lebens

Münster-Mecklenbeck -

Unter dem Motto „Schau auf die Welt“ fand in der Mecklenbecker St.-Anna-Pfarrkirche ein vielseitiges Chorkonzert mit Blick auf die Schöpfung statt.

Von Siegmund Natschke
Der St.-Annen-Chor, der Ludgerus-Chor und die „Chorwürmer Albachten“ traten zusammen mit dem Streichorchester in der St.-Anna-Kirche auf. Die musikalische Gesamtleitung des Abends hatte die Kirchenmusikerin Felicitas Gerwin (r.).
Der St.-Annen-Chor, der Ludgerus-Chor und die „Chorwürmer Albachten“ traten zusammen mit dem Streichorchester in der St.-Anna-Kirche auf. Die musikalische Gesamtleitung des Abends hatte die Kirchenmusikerin Felicitas Gerwin (r.). Foto: sn

„Die haben sich aber viel vorgenommen“, meinte eine Zuhörerin. „Aber warten wir mal ab!“ In der Tat: Das, was die bunte Chor-Mischung da am Sonntagabend in der St.-Anna-Kirche darbot, war eine vielfältige Reise durch die geistliche Musik, quer durch die Jahrhunderte, aber mit Schwerpunkt auf der Modernen. Der St.-Annen-Chor, der Ludgerus-Chor und die „Chorwürmer Albachten“ traten gemeinsam auf. Zusammen zelebrierten sie eine musikalische Feier des Lebens.

Die Komposition des britischen Musikers John Rutter mit dem Titel „Schau auf die Welt“, im englischen Original „Look at the World“, war dabei zugleich das Motto des Abends. Für Pfarrer Dr. Timo Weissenberg dienten diese Worte auch als geistliche Einordnung: Die Lieder des Konzerts orientierten sich an der Schöpfung, die so viele schöne Dinge zu bieten habe, bis zum letzten „Hallelujah“, wenn alles verklungen sei.

Das Leben als Spiegelbild der Schöpfung, das wurde nicht zuletzt durch Musikbeiträge wie „Du bist Teil in Gottes guter Schöpfung“, komponiert von Michael Hoppe, deutlich. Diese zeitgenössische, persönlich wirkende Blickweise stand der des barocken Kirchenmusikers Johann Sebastian Bach mit seiner feierlichen und erhabenen „Sonate S-Dur“ gegenüber.

Die im Lauf der Jahrhunderte vollzogene Emanzipation des Individuums auch in der Kirche, die Näherung an das wirkliche Leben, so schien es, tat der Lobpreisung von Gottes Werken und dem tagtäglichen Erleben der Schöpfung keinerlei Abbruch. Es schienen hier nur verschiedene musikalische Sichtweisen desselben spirituellen Gefühls zu sein.

Neben diesen geistlichen Interpretationen konnten die Mitwirkenden auch musikalisch überzeugen. An der Seite der Chöre wirkten auch das Streichorchester mit sowie Julius Teltenkötter am Saxofon und Caroline Kirchhoff an Orgel und Klavier. Die Gesamtleitung hatte Felicitas Gerwin inne, die seit 2016 in der Pfarrei St. Liudger als Kirchenmusikerin tätig ist. Am Ende sangen alle Gemeindemitglieder: „Du lässt den Tag, oh Gott, nun enden“. Ein Tag, für den nach den Worten von Pfarrer Weissenberg, diese Musik wie geschrieben war.

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