Kunst in Mecklenbeck Meister der Spachteltechnik

Münster-Mecklenbeck -

Ralf Schindler ist beim Festival „Kunst in Mecklenbeck“ im Hof Hesselmann mit von der Partie. Bereits seit seiner Jugend hat er sich der Malerei verschrieben.

Von Thomas Schubert
Arbeitet bei seinen Bildern bevorzugt mit der Spachteltechnik: Ralf Schindler. Beim Festival „Kunst in Mecklenbeck“ wird er Einblick in sein vielseitiges Schaffen geben.
Arbeitet bei seinen Bildern bevorzugt mit der Spachteltechnik: Ralf Schindler. Beim Festival „Kunst in Mecklenbeck“ wird er Einblick in sein vielseitiges Schaffen geben. Foto: sch

„Ich bin schon immer kunstaffin und kunstinteressiert gewesen“, sagt Ralf Schindler . Schon als Kind und als Jugendlicher habe er gerne gemalt. So verwundert es kaum, dass die Malerei im Leben des 50-Jährigen eine wichtige Rolle spielt. Im Kelleratelier seines Hauses an der Osterstraße verbringt er so manch kreative Stunde, um an seinen zumeist reliefartigen Werken zu arbeiten. Vom 15. bis 17. September wird er eine Auswahl davon interessierten Kunstfreunden beim Festival „Kunst in Mecklenbeck“ (KiM) im Bürgerzentrum Hof Hesselmann präsentieren.

Schindler – im westfälischen Rhede geboren, seit drei Jahrzehnten Münsteraner und Mitglied der hiesigen Künstlerinitiative „pArt 96“ – ist im Hauptberuf als Versicherungskaufmann tätig. Seiner sehenswerten Kunst widmet er sich nebenberuflich. „Denn leben könnte ich davon nicht“, gesteht der Mecklenbecker.

Berufs- und krankheitsbedingt gab es eine Phase, in der Ralf Schindler die künstlerische Betätigung weniger intensiv betrieb als heutzutage. Im Jahr 2007 habe es dann eine Rückbesinnung gegeben. Er kramte alte Bilder und Zeichnungen hervor, um anschließend erneut durchzustarten.

Kennzeichnend für die Werke des Künstlers ist, dass er bevorzugt mit Spachtelmasse arbeitet, die er im Regelfall selber herstellt und dabei unter anderem Sand, Lehm und Steinmehl verarbeitet. „Fertige Spachtelmasse benutze ich ausgesprochen ungern“, sagt Schindler. Auch die Farben, die auf seinen Werken strahlen, stellt er meist selbst her.

In manchmal wochen- oder gar monatelangen Arbeitsprozessen, bei denen Schindler häufig an mehreren Werken zugleich arbeitet, entstehen abstrakte Bilder mit alles andere als herkömmlichen Motiven: Anregungen holt sich der Mecklenbecker, der gerne fotografiert, in sogenannten „Lost Places“ – sprich an verlassenen Orten mit oftmals morbidem Charme. Alte morsche Hoftüren pfälzischer Gehöfte inspirieren ihn ebenso wie marode Betonwände mit rostigem Eisengeflecht in seit Jahren verlassene Fabriken. Derartige Motive spiegeln sich in Ralf Schindlers Werken wider.

Der Mecklenbecker ist experimentierfreudig. Deshalb sei ihm auch schon mal Spachtelmasse von der Leinwand gefallen, sagt er. Außerdem ist er fortbildungshungrig. Mindestens zwei mal im Jahr besucht Schindler, der autodidaktisch begann, Kunstakademien und Workshops. In Bad Reichenhall ließ er sich erst vor wenigen Tagen mit dem Sujet „Gebaute Bilder“ bekannt machen.

Ralf Schindler beherrscht die Spachteltechnik in allen Facetten. Seine Bilder entstehen in einer Vielzahl von Arbeitsschritten. „Ich erfreue mich daran, wie ein Bild entsteht, wie es sich entwickelt“, erläutert er. Der künstlerischen Leidenschaft widmet sich der Mecklenbecker abends nach der Arbeit bei einem großen münsterischen Versicherungsunternehmen sowie am Wochenende. Dann könne es auch schon mal exzessiv werden, indem er von Freitag bis Sonntag Stunde um Stunde im Atelier verbringe. Das mache ihm Spaß, sei ein guter Ausgleich, bringe ihn zum Abschalten: „Ich versinke dann in meinen Bildern.“

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Das Festival „Kunst in Mecklenbeck“ wird am 15. September um 18 Uhr im Bürgerzentrum Hof Hesselmann eröffnet. Am 16. September ist die öffentliche Ausstellung in der Zeit von 14 bis 20 Uhr und am 17. September von 10 bis 18 Uhr zu sehen.   | www.ralfschindler.com

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