Zu wenig Parkplätze im Baugebiet?  Großprojekt ohne Tiefgarage

Münster-Mecklenbeck -

Helmut Ueter ärgert sich über vermeintlich unzureichende Pkw-Stellplätze im Neubaugebiet Mecklenbeck-Mitte.

Von Thomas Schubert
Helmut Ueter mit seinem Auto im Mecklenbecker Baugebiet: Geht es nach den Plänen der Stadt Münster, dann wird er es dort künftig in keiner Tiefgarage abstellen können.
Helmut Ueter mit seinem Auto im Mecklenbecker Baugebiet: Geht es nach den Plänen der Stadt Münster, dann wird er es dort künftig in keiner Tiefgarage abstellen können. Foto: sch

„Wohnen soll man dort, parken aber nicht?“ Helmut Ueter ist nach eigenem Bekunden absolut verwundert darüber, dass im Baugebiet Mecklenbeck-Mitte südlich des Stadtteilzentrums keine Tiefgaragen erlaubt sind. Das sei ein Unding, meint der Münsteraner, der sich demnächst in dem Areal zwischen Dingbängerweg, Brockmannstraße und Weseler Straße niederlassen möchte.

Helmut Ueter zählt zu einem Kreis von Interessenten, die Teil des von der Stadt geförderten Mehrgenerationen-Projekts „Gemeinschaftliches Wohnen in Mecklenbeck“ (wir berichteten) sein und eine der geplanten rund 30 Mietwohnungen beziehen möchten. Als er jetzt hörte, dass das von der Baugemeinschaft Czaykowski und Brun GbR geplante Projekt laut städtischen Vorgaben gänzlich ohne Tiefgarage realisiert werden soll, konnte er es kaum fassen: „Das finde ich total affig!“

Zwar habe die Stadt öffentliche Stellflächen im Straßenraum vorgesehen, doch diese dürften kaum reichen, meint Ueter mit Blick auf den ihm vorliegenden Bebauungsplan. Zumal in der unmittelbaren Nachbarschaft weitere Neubau-Projekte – unter anderem auch eine Reha-Einrichtung – vorgesehen seien. Gebe es keine Tiefgaragen, dann könne man davon ausgehen, „dass sich die Leute demnächst um Parkplätze schlagen werden“, meint Ueter.

Die Planung sei unzumutbar und werde von manchen der Interessenten fürs „Gemeinschaftliche Wohnen in Mecklenbeck“ äußerst kritisch betrachtet: „Einige haben bereits gesagt: Wenn es keine Parkplätze gibt, dann auf Wiedersehen. . .“

Heike Czaykowski, die das Projekt mit ihrer Baugemeinschaft verwirklichen will, kann derartige Bedenken durchaus nachvollziehen: „Wir hätten gerne eine Tiefgarage gebaut, aber wir kriegen die Genehmigung dafür nicht“, sagt die Investorin. Selbst Carports dürften gemäß der städtischen Vorgaben nicht errichtet werden. Die Stadt wolle Parkplätze am Straßenrand, die mit Ablösebeiträgen finanziert werden sollen.

Ob das ausreichen wird, muss sich im Falle des Falles allerdings erst noch zeigen: Schon jetzt gebe es Anwohner, die sich über die vorgegebene Stellflächenplanung ärgerten, weiß Heike Czaykowski. „Die Leute sagen, das sei eine Katastrophe.“ Es gebe Klagen, dass aktuell schon zu wenig Parkplätze vorhanden seien. Und die Situation werde sich im Zuge der planten Neubauaktivitäten wohl kaum entschärfen. Die Investorin bedauert, das Projekt „Gemeinschaftliches Wohnen“ demnächst vermutlich ohne Tiefgarage realisieren zu müssen.

Christa Ransmann, beim städtischen Amt für Immobilienmanagement zuständig für das Wohnbauprojekt, verweist auf die Festsetzungen des Bebauungsplans. Dieser stamme aus dem Jahr 1994 und lege fest, dass es innerhalb des gesamten Neubaugebiets keine Tiefgaragen geben solle. Das sei eigentlich auch nichts Neues. Im Bereich des Wohnprojekts seien Parkbuchten mit rund 50 Einstellplätzen vorgesehen, was den Kalkulationen entspreche. Darüber hinaus lebe ein Projekt wie das „Gemeinschaftliche Wohnen“, das sich an mehrere Generationen richte, unter anderem auch davon, dass man sich ein Auto teile.

Sollte es dennoch Bestrebungen geben, im Baugebiet Tiefgaragen zu errichten, so müsse dafür der rechtsgültige Bebauungsplan geändert werden, war aus dem Stadtplanungsamt zu erfahren. Eine vereinfachte Änderung – so politisch gewollt – könne im Idealfall vielleicht in rund einem halben Jahr über Bühne gebracht werden. Darüber hinaus könne in bestimmten Fällen auch eine Befreiung von den Festsetzungen beantragt werden, was allerdings mit einer Einzelfallbeurteilung und nicht unerheblichem Aufwand verbunden sei.

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