Gefährliches Nachtschattengewächs Giftige Pflanze auf dem Friedhof

Münster-Mecklenbeck -

Auf dem Mecklenbecker Friedhof entdeckte Adeline Erika Decker eine Stechapfelpflanze. Die Aaseestädterin warnt vor dem unbedarften Umgang mit der Pflanze, da diese extrem giftig ist.

Von Thomas Schubert
Prächtig anzusehen sind die großen weißen Kelchblüten des Stechapfels, die Adeline Erika Decker auf dem Mecklenbecker Friedhof sowie in ihrer Nachbarschaft entdeckte und fotografierte. Alle Teile der Pflanze sind hochgiftig.
Prächtig anzusehen sind die großen weißen Kelchblüten des Stechapfels, die Adeline Erika Decker auf dem Mecklenbecker Friedhof sowie in ihrer Nachbarschaft entdeckte und fotografierte. Alle Teile der Pflanze sind hochgiftig. Foto: Decker

Auch hierzulande gibt es einige Pflanzen, mit denen man besser ganz vorsichtig umgehen sollte. Die Stechäpfel (Datura) aus der Gattung der Nachtschattengewächse zählen dazu: Sie sind extrem giftig. Beim Besuch auf dem Mecklenbecker Friedhof machte Adeline Erika Decker aus der Aaseestadt jetzt mit einem größeren Stechapfel-Exemplar Bekanntschaft. Aus ihrer Sicht ist es notwendig, Mitbürgern „die Giftigkeit dieser Pflanze vor Augen zu führen“, damit niemand zu Schaden komme.

Es war am vergangenen Freitag, als Adeline Erika Decker bei der Grabpflege auf dem Mecklenbecker „Gottesacker“ eine hoch gewachsene Stechapfelpflanze entdeckte. Da ihr bekannt war, was es mit dem Gewächs auf sich hatte, zögerte sie nicht lange und buddelte es aus. „Weil die Pflanze so giftig ist, habe ich sie vorsichtig vom Friedhof genommen“, sagt die Aaseestädterin.

Dass Adeline Erika Decker mit dem Nachtschattengewächs vertraut ist, das im Sommer große weiße Kelchblüten und grüne Früchte präsentiert, hat einen guten Grund. „Seit Jahren habe ich ein Exemplar der Anthologie von Ulla Hahn ,Stechäpfel, Gedichte aus drei Jahrtausenden‘. Die Abbildung von Blatt, Blüte, Frucht und Stiel des Stechapfels auf dem Umschlag haben mich neugierig werden lassen“, erläutert sie.

Internet-Recherchen klärten die Münsteranerin schließlich darüber auf, „dass alle Teile der Pflanze giftig sind“. Und auch darüber, dass das starke Schmerzmittel Scopolamin, das sie als junge Krankenschwester Patienten nach der Operation per Spritze verabreichte, als potenter Wirkstoff im Stechapfel vorhanden ist.

Auch in einem Vorgarten in ihrer Nachbarschaft entdeckte die Aaseestädterin eine Stechapfelpflanze. Einige Tage später habe eine abgebrochene Blüte samt der Frucht auf dem Weg zwischen den dortigen Häusern gelegen. Diese sei sicherlich von Kinderhand gepflückt worden, meint Adeline Erika Decker. Nicht zuletzt deshalb sei es wichtig, darüber aufzuklären, welche Gefahr von der hochgiftigen Pflanze ausgehen könne.

Auch mit dem technischen Leiter des Botanischen Gartens Münster hat sich Adeline Erika Decker über das Nachtschattengewächs ausgetauscht. Herbert Voigt habe sie darauf hingewiesen, dass die Stechapfelpflanze offenbar durch Tiere im Münsterland mittlerweile recht weit verbreitet worden sei. Da die Pflanze leider auch als verbotenes Rauschmittel missbraucht werde, sei darüber hinaus auch eine absichtliche Verbreitung durch den Menschen denkbar, habe er ihr erklärt.

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