Angst vor Überschwemmungen Schutzmauer bis zur Heroldstraße

Münster-Mecklenbeck -

Das Mecklenbecker Ehepaar Sofia und Karl-Heinz Schallenberg vom Hafkhorst möchte von der Stadt wirkungsvoll vor Getterbach-Hochwasser geschützt werden.

Von Annegret Lingemann
Sofia und Karl-Heinz Schallenberg, Anwohner des Hafkhorsts, studieren mit Sorge die Pläne zur Verlegung der Heroldstrasse und des Getterbachs. Sie hoffen, dass sie Stadt Änderungen an den Planungen vornimmt.
Sofia und Karl-Heinz Schallenberg, Anwohner des Hafkhorsts, studieren mit Sorge die Pläne zur Verlegung der Heroldstrasse und des Getterbachs. Sie hoffen, dass sie Stadt Änderungen an den Planungen vornimmt. Foto: ann

Als Karl-Heinz Schallenberg und seine Frau Sofia sich vor rund 47 Jahren entschlossen, auf einem Grundstück am Mecklenbecker Hafk­horst an der Bahnlinie ein Haus zu bauen, befürwortete ihr Schwager, ein Architekt, ihr Vorhaben. „An den Zugverkehr werdet Ihr Euch gewöhnen“, meinte er. „Eine Straße wäre schlimmer, die kann man viel schlechter überhören.“

Der Schwager sollte nur zum Teil recht behalten. An die Züge haben sich die Schallenbergs tatsächlich weitgehend gewöhnt: „Die hören wir kaum noch, höchstens mal einen leeren Güterzug, der rappelt nämlich ziemlich“, sagt Sofia Schallenberg. Aber die Aussicht, dass unmittelbar hinter ihrem idyllischen Grundstück eine 6,50 Meter breite Straße geplant ist, durch die im Zuge der geplanten Verschwenkung der Heroldstraße auch der gesamte Verkehr fließen soll, gefällt beiden keineswegs.

„Aber da kann man wohl nichts machen“, fügen sich die Rentner in das Vorhaben. Sie bezweifeln jedoch, dass eine 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand, wie die Stadt sie plant, zweckmäßig ist. „Die ist auf jeden Fall viel zu niedrig“, ist sich Karl-Heinz Schallenberg sicher. „Selbst die Lärmschutzwand der Bundesbahn ist schon etwa vier Meter hoch!“

Aber noch mehr Sorge macht ihnen der kleine Getterbach, der nahe an ihrem Haus vorbeifließt. Romantisch und idyllisch zu normalen Zeiten, aber für die Schallenbergs ein unberechenbarer Nachbar. Bei anhaltendem Regen heißt es nämlich bei ihnen „Land unter“: Der Keller läuft voll. Seit 1970 ist der Bach schon mehr als viermal „zu Besuch“ gekommen, zuletzt 2014. Entschädigung gab es keine. Das Wasser, das aus dem kleinen Rinnsal eine große Flut machte, wurde als „extrem seltenes Jahrhunderthochwasser“ eingestuft, die Schäden waren somit durch die Stadt nicht regresspflichtig.

„Extrem selten“? Das sehen die Schallenbergs anders. Sie fühlen sich allein gelassen, nachdem die Untere Wasserbehörde keinen Handlungsbedarf erkannte. Zwar soll der Bach in nördlicher Richtung eine Hochwasserdämmung bekommen, aber ihr Grundstück und alle südlich davon gelegenen Flächen werden nicht mehr berücksichtigt. Außerdem ist eine Verlegung und auch Verrohrung des Baches geplant, bei der – wie sie fürchten – der Bach zudem seine natürlichen Überschwemmungszonen verlieren könnte.

Karl-Heinz und Sofia Schallenberg wünschen sich Schadensvorsorge seitens der Stadt Münster und eine Schutzmauer bis zur Heroldstraße. Das Mecklenbecker Ehepaar ist sich sicher, dass dann die Gefahr des Hochwassers weitgehend gebannt wäre.

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