Eigentümerwechsel Herz-Jesu-Krankenhaus „Ein wertvolles Erbe“

Münster-Hiltrup -

Das Hiltruper Herz-Jesu-Krankenhaus gehört jetzt zur St. Franziskus-Stiftung. Die Feierstunde zum Trägerwechsel geprägt vom großen Dank gegenüber den Hiltruper Missionsschwestern.

Von Michael Grottendieck
Von ihren Stühlen erhoben sich sämtliche Gäste der Feierstunde zum Trägerwechsel des Herz-Jesu-Krankenhauses nach der Ansprache von Schwester Josefia Schulte (sitzend), der bisherigen Geschäftsführerin des Hauses. Rechts neben ihr Dr. Klaus Goedereis, Vorstandsvorsitzender der St.-Franziskus-Stiftung, die das Haus weiterführen wird.
Von ihren Stühlen erhoben sich sämtliche Gäste der Feierstunde zum Trägerwechsel des Herz-Jesu-Krankenhauses nach der Ansprache von Schwester Josefia Schulte (sitzend), der bisherigen Geschäftsführerin des Hauses. Rechts neben ihr Dr. Klaus Goedereis, Vorstandsvorsitzender der St.-Franziskus-Stiftung, die das Haus weiterführen wird. Foto: Oliver Werner

Wenn der Oberbürgermeister, ein Weihbischof und Vertreter sämtlicher Krankenhäuser aus der Innenstadt nach Hiltrup fahren, dann muss etwas Besonderes vor sich gehen.

Entsprechend häufig wurde das Wort „historisch“ bemüht, als am Mittwochnachmittag der Eigentümerwechsel des Herz-Jesu-Krankenhauses mit einem Festakt besiegelt wurde. Die St.- Franziskus-Stiftung übernimmt das Haus, das annähernd 70 Jahre lang von den Hiltruper Missionsschwestern geführt wurde.

Schwester Josefia Schulte , Provinzökonomin sowie Geschäftsführerin der Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup GmbH, sagte es gerade­heraus: „Die Übertragung der Verantwortung ist ein tiefer Einschnitt, zu dem wir in voller Überzeugung stehen.“ Alles habe seine Zeit, sagte sie. „Es war an der Zeit, unsere Grenzen zu erkennen und zu ihnen zu stehen.“

Minutenlanger Applaus brandete auf, die Festgäste erhoben sich von den Stühlen. Aus Respekt vor der Entscheidung des Ordens, nicht so lange zu warten, bis es nicht mehr geht, weil keiner mehr da ist, der Verantwortung übernehmen könnte.

„Ein dickes Dankeschön für einen unfassbar großen Dienst“, brachte Oberbürgermeister Markus Lewe gegenüber den Schwestern zum Ausdruck. Und nebenbei bekannte er freimütig: „Gott sei Dank haben wir kein städtisches Krankenhaus.“

Parallelen zum Übergang des Franziskus-Hospitals im Jahre 2004 aus der Trägerschaft der Mauritzer Franziskanerinnen auf die St.-Franziskus-Stiftung zeigte der Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Goedereis auf. Auch er sprach von einem historischen Tag, „weil es ein Tag des Herzens“ ist. Ein sehr wertvolles Erbe übernehme man, betonte Goedereis. Das Herz-Jesu-Krankenhaus sei für „seine ausgezeichneten pflegerischen und medizinischen Leistungen“ bekannt und überdies „wirtschaftlich gesund“. Insofern sei das „keine routinierte Übernahme in einem sich rasant verändernden Gesundheitsmarkt“. Das Franziskus-Hospital und das Herz-Jesu-Krankenhaus würden sich „exzellent ergänzen. Der Trägerwechsel bedeute eine „Stärkung des Gesundheitsstandorts Münster“. Insgesamt gehören 15 Häuser der St.-Franziskus-Stiftung an.

Herz-Jesu-Krankenhaus

Mit dem Hiltruper Herz-Jesu-Krankenhaus stößt das 15. Haus zum Verbund der St.-Franziskus-Stiftung. Nahezu 70 Jahre befand sich die Klinik in der Trägerschaft der Hiltruper Missionsschwestern, die sie 1950 gegründet haben. Jährlich werden rund 18 000 stationäre und 35 000 ambulante Patienten betreut. Die Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus und verfügt über zehn Fachabteilungen. Die neurologische Abteilung gilt als eine der größten in Westfalen-Lippe. Neben dem Zentrum für minimal-invasive Chirurgie sowie der Neurologie gelten die Urologie und die Nephrologie als „Leuchttürme” des Hauses, das 1000 Beschäftigte hat.

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