Stadthalle Hiltrup
International statt lokal

Münster-Hiltrup -

Über die Stadthalle und ihre Zukunft, eine Sanierung oder gar einen Neubau, ist zuletzt reichlich diskutiert worden. Doch was passiert eigentlich Woche für Woche in der Halle? Es gibt Verschiebungen.

Dienstag, 02.01.2018, 21:01 Uhr

Softdrinks, Bier und Salzgebäck auf dem Tisch: Ansonsten kann sich die festlich gedeckte Tafel in der Stadthalle durchaus sehen lassen. Auf der Bühne wird das Brautpaar seinen Ehrenplatz nehmen. Für perfekte Bilder kommt ein Kamera-Kran zum Einsatz, wie ihn professionelle Fernsehteams nutzen.
Softdrinks, Bier und Salzgebäck auf dem Tisch: Ansonsten kann sich die festlich gedeckte Tafel in der Stadthalle durchaus sehen lassen. Auf der Bühne wird das Brautpaar seinen Ehrenplatz nehmen. Für perfekte Bilder kommt ein Kamera-Kran zum Einsatz, wie ihn professionelle Fernsehteams nutzen. Foto: gro

Über die Stadthalle und ihre Zukunft, eine Sanierung oder gar einen Neubau, ist im Jahr 2017 wieder reichlich diskutiert worden. Doch was passiert eigentlich Woche für Woche in der Halle? Wer nutzt sie? Und wofür?

Ein Hallenmitarbeiter, der für den Aufbau zuständig ist, sagte bereits vor einigen Wochen. „Wenn das so weiter geht, werden wir auf 200 Veranstaltungen im großen Saal kommen.“ Das wären gut 20 mehr als üblich, ordnet er die Zahl ein.

„Die Halle boomt“, bestätigt Dieter Tüns , der Leiter der Bezirksverwaltung. Die Bezirksverwaltung managt die Vermarktung und koordiniert die Termine. Die Nachfrage sei unverändert hoch, „alles im Soll“.

Ein kleiner Schwerpunkt hat sich mittlerweile bei den russisch-sprachigen Veranstaltungen herausgebildet. Um Weihnachten gab es Kindertheater mit Weihnachtsshow in russischer Sprache und den Auftritt des Kabarett-Duos „Neue Russische Omas“, für den wahre Fans bis zu 70 Euro locker machen, um dabei zu sein, wenn Igor Kasilov und Sergey Chvanov alle Register ihres Könnens ziehen. Die Veranstaltungen sind ausverkauft. Mittlerweile arbeitet die Halle mit drei Agenturen zusammen, die sich auf russisch-sprachige Kulturangebote spezialisiert haben.

Ohnehin ist Internationalität und Vielfalt der Nationen Trumpf. Für Feierlichkeiten aller Art ist die Halle bei Familien etwa aus dem arabischen Raum der Türkei, dem Balkan wie auch aus Sri Lanka bereits seit Jahren stark nachgefragt. Am 15. Dezember fand hier zudem die Kulturfeier der jesidischen Gemeinde statt, am 1. Dezember die Kulturfeier der deutsch-kurdischen Gesellschaft, tags darauf wurde der albanische Unabhängigkeitstag nachgefeiert.

Daneben gibt es karnevalistische Gala-Veranstaltungen wie etwa von der KGH, die Tanzgruppenvorstellungen diverser Gesellschaften sowie Abi-Vorfinanzierungspartys oder die ökumenische Adventsfeier für die Altersgruppe 70+ in Hiltrup. Diese Mischung ist im Grund keine neue Entwicklung, nur die Gewichte verschieben sich: Mehr Internationalität statt Hiltruper Lokalkolorit.

Auch das ist nichts Neues: Wenn die Stadt Kultur anbietet und dafür Man-Power einsetzt, dann geschieht das in Stadtteilen nicht in Hiltrup, sondern in Kinderhaus im dortigen Bürgerhaus. Spürbar ist längst, dass die ehrenamtlich Tätigen im Kulturbahnhof unterwegs sind. So manchen Künstler, der in die Stadthalle kam, trifft man nun in der Halle Münsterland wieder. Das gilt aktuell für die A cappella-Gruppe Maybebop. Allerdings sind die Eintrittspreise dreimal so hoch wie 2013, als sie in Hiltrup auftraten.

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