Krankenhaus-Katze Besitzerin hat Kater nicht vermisst: „Was grinst mich da der Oskar an?“

Münster-Hiltrup -

Kater Oskar geht es gut. Ihm ist es auch immer gut gegangen – und die ganze Aufregung um seine Person könnte er vermutlich gar nicht verstehen.

Von Michael Grottendieck
Kater Oskar versteht die Aufregung um seine Person nicht.
Kater Oskar versteht die Aufregung um seine Person nicht. Foto: --

Er ist schließlich ein Freigänger, wie die Menschen über Katzen von seinem Schlag sagen. Nachts geht er auf Mäusejagd, tagsüber manchmal auch. Die ganze Zeit nur im Haus zu verbringen oder durch den Garten zu streifen – das würde einem stolzen Kater wie ihm den Lebtag nicht einfallen.

„Katzen müssen frei sein“, sagt auch Lydia Redlich, die Besitzerin des neunjährigen Tieres, das in den vergangenen Wochen am Krankenhaus für Aufsehen sorgte. Viele Besucher machten sich Sorgen. Sie vermuteten, die getigerte Katze werde bereits vermisst, weil sie nicht den Weg nach Hause finde. Aber da haben einige Tierliebhaber mit ihrem Helfersyndrom über das Ziel hinausgeschossen.

Kater Oskar war nie richtig weg von zu Hause. Er kommt täglich heim, um zu schlafen, etwas zu fressen, mit seinen Hausmenschen zu „sprechen“ und sich verwöhnen zu lassen. Aber dann zieht er wieder los. Vorzugsweise in den Park des Krankenhauses. Dass er dafür vom Geistkamp aus, wo sein Zuhause ist, die vielbefahrene Straße Hohe Geest überqueren muss, hat ihn bislang niemals von seinen Ausflügen abgehalten.

Oskar in der Zeitung

Besitzerin Lydia Redlich war jedenfalls mächtig überrascht, dass sie ihren Kater am Freitag in unser Zeitung sah. „Was grinst mich Oskar aus der Zeitung an?“

Dann wurde ihr einiges klar: „Am Krankenhaus hatte ich Oskar einmal gesehen“, erzählt Lydia Redlich, die eine Palliativ-Ausbildung hat und für die Meyer-Surheinrich-Stiftung tätig ist. „Mensch, soll er da ruhig sitzen“, habe sie sich gedacht. Warum auch nicht?

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Es gibt weitere Krankenhausbesucher, die nicht in Hysterie über eine freilaufenden Katze geraten. Eine Besucherin erzählt, auch sie und ihr Mann hätten den Freigänger mehrfach beobachtet – und die Begegnungen sehr geschätzt: „Mein Mann hatte so beim Luftschnappen immer jemanden zum Reden.“

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