Racing Team aus Hiltrup „Men in Black“ im Rennfieber

Münster-Hiltrup -

Als sich ein paar Rennsport-Begeisterte vor 20 Jahren zusammenfanden, nannten sie sich „Men in Black“. Zuerst fuhren sie Kartrennen. Mittlerweile sind sie mit dem Cross-Mofa unterwegs. Ebenfalls mit Erfolg.

Von Michael Grottendieck
Über Äcker und Felder geht es bei den Rennen für die Cross-Mofas. Die Maschine hat einen Mofa-Motor, ansonsten haben Michael Weste und Alexander Glahn, um mehr Leistung herauszukitzeln.
Über Äcker und Felder geht es bei den Rennen für die Cross-Mofas. Die Maschine hat einen Mofa-Motor, ansonsten haben Michael Weste und Alexander Glahn, um mehr Leistung herauszukitzeln. Foto: ---

Als sich ein paar Rennsport-Begeisterte vor 20 Jahren zusammenfanden, nannten sie sich „Men in Black“. Die Science-Fiction-Komödie mit Tommy Lee Jones und Will Smith in den Hauptrollen war durchgestartet.

Die Gruppe der „Men in Black“ aus Hiltrup waren bald ebenfalls in der Szene bekannt, denn sie räumten fortan alles ab, was es bei den Kartrennen zu gewinnen gab. Die Startnummer 18, mit der sie jahrelang unterwegs waren, ist noch heute bei den Rennen in Münster und Umgebung allein ihnen vorbehalten.

Die großen Erfolge und auch die knapp verpassten Triumphe, die es auch gab, weil etwa der Motor vorzeitig seinen Geist aufgab, sind längst Historie und Stoff für lange Abende, in denen man die goldenen Zeiten aufleben lässt. Zu ihrem 20-jährigen Bestehen stellten die „Men in Black“ rund 100 gewonnene Pokale zu einem Foto zusammen. Ein Bild für die Ewigkeit. Und endlich wurden die Dinger mal wieder entstaubt.

Alexander Glahn und Michael Weste leben nicht in der Vergangenheit. Sie leben weiter ihren Traum – vom Rennsport. Vor ein paar Jahren bereits haben sie erfolgreich umgesattelt. Die „Men in Black“ gehen bei Cross-Mofa-Rennen an den Start. Ein wenig beschaulicher und vor allem familiärer als in der gehypten Kart-Szene geht es dort schon zu, was ihnen auch ganz recht ist. „Wir sind ja auch nicht jünger geworden, und die meisten von uns haben längst eine Familie“, sagt Alexander Glahn.

Aber wenn sie von einem Mofa sprechen, dann meinen sie nicht den knatternden Untersatz, den sie sich einst als 15-Jährige zulegten. Mit den Mofas alter Tage haben ihre Flitzer nichts zu tun. Das sind eher Maschinen, die vom Motor-Cross-Bereich kommen. Zwar haben ihre Motoren nicht mehr als 50 ccm. Es sind Original Mofa-Motoren. Doch ansonsten sind keine Grenzen gesetzt, alles aus den Maschinen herauszuholen.

Kleine Kraftpakete sind es mit mehr als zehn PS. Hinzu kommt die Leichtbauweise, bei der Michael Weste und Alexander Glahn ihr Wissen aus dem Fahrradbau einfließen lassen. Da wird die Motorcross-Felge schon mal mit einer Fahrrad-Nabe kombiniert, und die Gabel stammt vom Mountainbike. Der Vorteil ist die Gewichtsreduzierung: Statt 70 bis 80 Kilogramm wie beim Motorcross bringt ihre Maschine nur 52 Kilogramm auf die Waage.

Wer ein bisschen genauer hinschaut, erkennt schnell: Nichts ist mehr wie am Original. Der Motor ist mit einem Renngetriebe ausgestattet. So etwas gibt es nirgends zu kaufen.

Damit geht es durch das Gelände, über Äcker und Felder. Eine ausschließlich unwegsame Strecke. Das ist dann schon wieder wie beim Motorcross. Alle 45 bis 60 Minuten gibt es einen Fahrerwechsel. Manche Rennen dauern zwei Stunden, andere gehen über 24 Stunden.

„Die Kunst ist es, die Maschine schnell und haltbar zu bekommen“, erklärt Alexander Glahn die technische Herausforderung. Nach jedem Rennen wird das Cross-Mofa komplett zerlegt und gereinigt.

Die „Men in Black“ im Rennfieber: Wenn sie auf der Maschine sitzen, wollen sie gewinnen. Pünktlich zu ihrem 20-jährigen Bestehen hat auch das geklappt.

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