Ludgerusschule Eltern machen mobil

Münster-Hiltrup -

Die Ludgerusschule soll bei den anstehenden Schulerweiterungen leer ausgehen. Sie soll nicht fünfzügig werden. Sie soll auch keine Mittel für die Erweiterung der Betreuung der Kinder im Offenen Ganztag erhalten. Die Eltern machen mobil.

Von Michael Grottendieck
Ganz und gar nicht einverstanden sind die Elternvertreter Daniel Werner und Ulrike Meywald mit den Verwaltungsvorschlägen. Sie befürchten, dass die Ludgerusschule leer ausgeht.
Ganz und gar nicht einverstanden sind die Elternvertreter Daniel Werner und Ulrike Meywald mit den Verwaltungsvorschlägen. Sie befürchten, dass die Ludgerusschule leer ausgeht. Foto: gro

Am liebsten würde er die Verwaltungsvorlage in Stücke reißen, sagt Schulpflegschaftsvorsitzender Daniel Werner , als es darum geht, ein Pressefoto zu machen. So wie der legendäre Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki es mit einem Buch von Günter Grass getan hat. Die Entscheidung fällt dann doch für die freundlichere Variante. Die Papierblätter bleiben unversehrt. Der Frust über die Vorschläge der Verwaltung ist jedoch ist groß.

Die Ludgerusschule soll nämlich bei den anstehenden Schulerweiterungen leer ausgehen. Sie soll nicht fünfzügig werden. Sie soll auch keine Mittel für die Erweiterung der Betreuung der Kinder im Offenen Ganztag erhalten. Statt dessen soll das kleine Schulzentrum (mit Paul-Gerhardt- sowie Clemensschule) ausgebaut werden. Zusammen genommen auf sechs Züge.

„Wir brauchen mehr Raum an der Ludgerusschule. Der Verwaltungsvorschlag hat reine finanzielle Gründe“, argwöhnt der Schulpflegschaftsvorsitzende. Ob 12,68 Millionen Euro investiert werden müssen, oder nur gegen 4,8 Millionen – da fällt die Entscheidung leicht. Scheinbar.

Die Elternvertreter wollen wissen, wie die Verwaltung die Summe von mehr als zwölf Millionen errechnet hat. Alle haben die Zahl im Kopf, dass die Aufstockung des 2014 errichteten Gebäude mit 1,5 Millionen veranschlagt wurde. Vom Schulamt haben die Eltern zwar ein Antwortschreiben erhalten – doch das sei nichtssagend, wie sie finden. Eine Kostenaufschlüsselung werde abgelehnt.

Ulrike Meywald, die stellvertretende Elternpflegschaftsvorsitzende skizziert die Konsequenzen: Wer nicht an der Ludgerusschule aufgenommen werden kann, muss künftig über die Westfalenstraße zum kleinen Schulzentrum gehen. Kurze Beine, kurze Wege – dieses Konzept funktioniere nicht mehr.

Schulleiter Gerd Krützmann schaltet sich in das Gespräch mit der Frage ein, nach welchen Kriterien seine Schule künftig die Ablehnungen begründen solle. „Spätestens in zwei Jahren stehen wir vor dem Problem“, erklärt er.

Schon jetzt platzt der Offenen Ganztag aus allen Nähten, informiert Daniel Werner. Die Küche sei für 120 Plätze ausgelegt, 240 Kinder müssten aber mit Essen versorgt werden. Immer wieder sei die Schule vertröstet worden, es werde eines Tages der „große Wurf“ kommen. Stattdessen gehe die Ludgerusschule bei der Machbarkeitsstudie leer aus. Es wird Zeit, mobil zu machen, finden die Eltern.

So lauten die Vorschläge der Verwaltung:

Die Verwaltung betrachtet den Westen und die Mitte Hiltrup gemeinsam. Zehn Klassenzüge hält sie vor notwendig. Sie will, dass die Ludgerusschule vierzügig bleibt. In Mitte hingegen soll die Paul-Gerhardt-Schule vierzügig werden und die aktuell einzügige Clemensschule eine Zweizügigkeit erreichen. Der Vorschlag beruht auf Wirtschaftlichkeitserwägungen. Für den Standort Hiltrup-Mitte errechnet die Verwaltung 4,8 Millionen Euro, für eine Erweiterung der Ludgerusschule 12,68 Millionen Euro. Wie diese Kosten sich für die Ludgerusschule zusammensetzen, wird nicht näher aufgeschlüsselt. Nach dem Verwaltungsvorschlag würde die Ludgerusschule leer ausgehen. Auf den Handlungsbedarf im OGS-Bereich wird hingewiesen.

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