Russisch-orthodoxe Gemeinde sucht neue Bleibe Konsens nicht in Sicht

Münster-Hiltrup -

Die russisch-orthodoxe Gemeinde in Hiltrup sucht eine neue Bleibe. Mittlerweile sind drei Standortvorschläge in der öffentlichen Diskussion angekommen – auf einen gemeinsamen Nenner kommen die Akteure jedoch derzeit nicht.

Von Markus Lütkemeyer
Ortstermin am Wunschstandort: Der Architekt Denis Zimin aus der russisch-orthodoxe Gemeinde warb noch einmal für einen Kapellenbau im Waldpark am Föhrenweg. „Das Zwangsarbeiterlager hat für uns eine wichtige historische Bedeutung.“
Ortstermin am Wunschstandort: Der Architekt Denis Zimin aus der russisch-orthodoxe Gemeinde warb noch einmal für einen Kapellenbau im Waldpark am Föhrenweg. „Das Zwangsarbeiterlager hat für uns eine wichtige historische Bedeutung.“ Foto: mlü

Das wurde am Freitagnachmittag bei einem Ortstermin im Umfeld der Prinzbrücke deutlich. Die Hiltruper Bezirksvertreter wollten sich vor Ort ein Bild von den Planungsvarianten machen. Mitglieder der Gemeinde warben bei dieser Gelegenheit für ihren Wunschstandort am Föhrenweg.

Die russisch-orthodoxe Gemeinde will in der Nähe des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers im heutigen „Waldpark“ bauen. Die eingesperrten russischen und ukrainischen Familien hätten dort bereits während Zweiten Weltkrieges Gottesdienste gefeiert. „Das Zwangsarbeiterlager hat für uns eine wichtige historische Bedeutung“, betont der Architekt Denis Zimin aus der russisch-orthodoxe Gemeinde. „Wir suchen schon seit 20 Jahren nach einer neuen Bleibe, jetzt kommt Tempo rein.“ Den Bezirksvertretern präsentierte der Architekt Bilder von Holzkapellen – „wir wollen nachhaltig und aus Holz bauen.“

Der Bauplatz im Park berührt jedoch Fundamente des früheren Zwangsarbeiterlagers. Ratsmitglied und BV-Vertreter Carsten Peters (Grüne) hatte bereits signalisiert, dass er den Standort zwar nicht ausschließen möchte, ihn aber nicht für optimal hält. Er gehört zugleich zu der Gruppe, die sich aktiv um den Erinnerungsort engagiert und sich um den Gedenkstein am Föhrenweg kümmert.

Die zweite Standortvariante für einen Kapellenbau liegt im Dreieck von Kanalpromenade und Föhrenweg – ist jedoch baumreicher.

Die dritte Variante, von Hermann Geusendamm-Wode (SPD) ins Spiel gebracht, stößt wiederum bei der Gemeinde auf wenig Gegenliebe – es geht um eine Fläche gegenüber der Tennishalle an der Wentrupschen Mühle. Ist die alte Prinzbrücke erst einmal weg, entsteht durch die veränderte Ausrichtung der neuen Brücke Platz. „Aber die Nachbarschaft ist schon speziell“, sagt Zimin und meint den Rockwool-Turm. „Wir werden für unseren Wunschstandort kämpfen.“

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