Luther-Schmaus in der Christuskirche „Reformation ist kein alter Hut“

Münster-Hiltrup -

Luther im Fernsehen, Luther im Radio, Luther überall. „Ich denke Martin Luther hätte es nicht gefallen, wenn er wüsste, dass er heute auf einen so hohen Sockel gestellt wird“, sagte Pfarrer Klaus Maiwald.

Von Simon Kerkhoff
Beim „Luther-Schmaus“ blickte die Gemeinde zurück auf das Jahr des Reformationsjubiläums. Dank des einmaligen Feiertages war die Christuskirche so gut gefüllt, wie sonst nur an Weihnachten.
Beim „Luther-Schmaus“ blickte die Gemeinde zurück auf das Jahr des Reformationsjubiläums. Dank des einmaligen Feiertages war die Christuskirche so gut gefüllt, wie sonst nur an Weihnachten. Foto: ske

Daraufhin ergänzte Pastorin Beate Bentrop in Anspielung auf die Verbreitung von unzähligen Luther-Fanartikeln im Internet: „Wir würden keine Luther-Schals oder Tassen verkaufen“. Stattdessen ging es im Gottesdienst in Hiltrup um die zentrale Botschaft der Reformation, die allem voran das Bild eines gnädigen Gottes zeichnet.

Geschadet hat die große Aufmerksamkeit im „Luther-Jahr“ den evangelischen Kirchen jedoch nicht. Dank des einmaligen Feiertages war die Christuskirche so gut gefüllt, wie sonst nur an Weihnachten. „Es ist gut, dass durch das Reformationsjahr die Botschaft der Reformation vielen Menschen wieder bewusst geworden ist. Außerdem wird ersichtlich, dass wir uns nicht auf einer Reformation ausruhen dürfen, die 500 Jahre zurück liegt“, sagte Pastorin Bentrop. Reformation sei kein alter Hut. Es sei weiter wichtig, die Kirche zu modernisieren – beispielsweise im Bereich der Sprache.

Dementsprechend gestaltet das Pastorenteam der Christuskirche ihre Gottesdienste. Statt alter Choräle oder Predigten im Sprachduktus biblischer Zeiten singt die Gemeinde moderne, teils englischsprachige Lieder und lauscht Predigten in allgemein verständlicher Sprache.

Ein wichtiger Aspekt sei weiterhin das Verhältnis zu der katholischen Kirche: „Wir möchten die Ökumene stärker vorantreiben und uns als Christen gemeinsam auf den Weg machen“, sagte Bentrop. In Hiltrup funktioniere dies beispielsweise durch gemeinsame Gottesdienste, oder die ökumenische Veranstaltungsreihe „Sag, wie hältst du‘s mit der Religion?“.

Trotz aller Bedenken am Personenkult ließ es sich die Gemeinde nicht nehmen, doch noch in besonderer Form dem omnipräsenten Reformator zu gedenken: Auf den Gottesdienst folgte ein „Luther-Schmaus“ im Gemeindezentrum.

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