Die Woche im Blick
Entschleunigt

Man kann nicht alles auf einmal. Alte Regel, trotzdem ist es gut, sie wie ein Mantra aufzusagen. Das entspannt.

Freitag, 15.12.2017, 19:12 Uhr

Die Mensa der Gesamtschule wird erst ein Jahr später kommen als geplant, weil in der Stadtplanung die Manpower fehlt, um das Projekt durchzuziehen. Das wird Schüler, Eltern und Lehrer ärgern. Manfred Schäpers und eine Handvoll Kleingärtner wird es freuen, weil sie nun auf dem Gelände noch ein Jahr Gemüse ziehen können.

Gleiches (ohne Gemüse) gilt für den Bau eines Kunstrasenplatzes in Reckenfeld, dessen Fertigstellung um ein Jahr auf 2019 verschoben werden muss. Hier hängt die Konkurrenzfähigkeit der großen Sportvereine an dem Angebot, das sie Mitgliedern machen können. Auch hier könnte man sich ärgern, andererseits war Eingeweihten von Anfang an klar, dass das Tempo, das vorgelegt werden sollte, nicht zu halten ist.

Offenkundig stößt die Stadt mit ihrem Personal an Grenzen. Mit Blick auf das kommende Jahr, in dem Rekord-Investitionen anstehen, kann man Arges befürchten. Schulneubauten, Rathaussanierung, Ausweisung neuer Gewerbeflächen am FMO – das alles sind Mammutprojekte, die qualifiziertes Fachpersonal im Rathaus erfordern.

Der Mangel an Fachpersonal ist nicht spezifisch für Greven. Überall konkurrieren Kommunen mit Privatunternehmen. Meldungen wie die aus Westerkappeln sind nicht ungewöhnlich. Da hatte der neue Wirtschaftsförderer in der Probezeit gekündigt.

In solchen Zeiten mutet eine Diskussion wie am Donnerstag im Stadtplanungsausschuss seltsam an. Der Grüne Wolfgang Hoppe verlangt (erst mal), für die Eschstraße einen Bebauungsplan zu erstellen. Weil dort ein Gebäude entsteht, das seinen ästhetischen Vorstellungen nicht entspricht. Kommunalpolitiker dürfen Utopisches fordern. Aber ein bisschen Realitätssinn ist auch nicht schlecht.

Ein B-Plan-Verfahren bindet viel Arbeitskraft und blockiert viele Bauabsichten. Wer das will, muss gute Gründe haben. Gut, dass die Hoppe-Idee schnell wieder eingefangen wurde.

Günter Benning

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