Lange Nacht der Mathematik am Mauritz-Gymnasium Rauchende Köpfe bis zum Morgengrauen

Münster -

Wenn es um Mathematik geht, machen die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Mauritz die Nacht zum Tag. Die Hartnäckigsten hielten bis 8 Uhr in der Früh durch.

Von Reinhold Kringel
In Teams machten sich die Schüler die ganze Nacht über an die Aufgaben.
In Teams machten sich die Schüler die ganze Nacht über an die Aufgaben. Foto: Reinhold Kringel

298 Schulen nahmen bundesweit an der „Langen Nacht der Mathematik“ teil. 16 605 Teilnehmer versuchten in 5492 Gruppen die kniffeligen Aufgaben zu lösen, die die Veranstalter aus Neumünster in Schleswig-Holstein ihnen per Internet stellten. Nach den beiden Qualifizierungsrunden ging es in der dritten Runde um die ersten Plätze, die mit Buchpreisen honoriert waren.

Auch im St. Mauritz-Gymnasium rauchten die Köpfe. Dort beugten sich Schüler der Oberstufe über ihre Berechnungen. Jedes Hilfsmittel war erlaubt, nur den Lehrer durften nicht gefragt werden.

Im Mauritz hatten die beiden Mathematik- und Sport-Lehrer Fabian Berk und Paul Zwick den Wettbewerb organisiert. Acht Teams mit je vier Mitgliedern hatten sich gemeldet, versuchten zunächst gemeinsam die beiden Qualifizierungsrunden zu absolvieren, um in die entscheidende dritte Runde zu kommen, wo dann Team gegen Team antrat.

Luca (17) sagte: „Mathematik ist geil, das macht mir super viel Spaß. Sie ist universal anwendbar, alles lässt sich auf mathematische Prinzipien zurückführen.“

Sophia Paul (15) hat schon zwei mal bei „Jugend forscht“ gewonnen und dabei experimentell und theoretisch untersucht, warum die Paranüsse in der Müslipackung immer oben liegen. Dabei hat sie Gesetzmäßigkeiten bei Rüttelvorgängen herausgefunden.

„Ich finde auch Musik und Kunst toll“, sagte die Schülerin, die schon Mathematikvorlesungen der Universität besucht, aber: „Mathematik interessiert mich am meisten. Ich möchte Mathe, Physik und Informatik studieren und dann in die Forschung gehen.“ Die Lehrer freuten sich über die hohe Teilnehmerzahl und die gute Stimmung, die sich noch steigerte, als die vom Förderverein gesponserten Pizzen geliefert wurden.

Am späten Abend verabschiedeten sich etliche Schüler – ein Kumpel feierte seinen 18. Geburtstag, da wollte man gratulieren. „Vielleicht kommen wir danach wieder hierhin“, sagte einer und alle lachten. Doch: „Die Schüler kamen tatsächlich wieder“, berichtete Paul Zwick am nächsten Tag, „das hat uns auch überrascht.“ Am Ende hielt ein harter Kern von sechs Leuten bis zum Abgabeschluss um 8 Uhr in der Früh durch und hatte sechs von zehn Aufgaben gelöst.

„Für uns sind die gruppendynamischen Prozesse genauso wichtig wie die Ergebnisse“, verriet Paul Zwick.

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