Etat soll auf 88 000 Euro wachsen Die BV Ost will noch mehr Geld

Münster-Ost -

Die Bezirksvertretung gibt fast ihr ganzes Geld für Spielplätze aus. Zu wenig, findet die Mehrheit nun – und möchte den eigenen Etat aufstocken.

Von Lukas Speckmann
Wenn die Bezirksvertretung die Kulturarbeit fördern will, muss sie mehr Geld in die Hand nehmen.
Wenn die Bezirksvertretung die Kulturarbeit fördern will, muss sie mehr Geld in die Hand nehmen. Foto: dpa

Die Debatte um den Haushalt der Bezirksvertretung Münster-Ost ist der Höhepunkt des Sitzungsjahres – und in der Regel unspektakulär. Denn die BV Ost darf nicht viel ausgeben. Der wichtigste Posten ist die Sanierung von Spielplätzen im Stadtbezirk – ansonsten wird über öffentliche Finanzen direkt im Rathaus entschieden. Diesmal kam Bewegung in die Sache: FDP-Bezirksvertreter Kurt Moths schlug vor, den Etat um 20 Prozent zu erhöhen.

Sein Argument: Die Stadtbezirke wachsen ebenso schnell wie Münster insgesamt. Folglich habe man sich nicht nur um mehr und größere Spielplätze zu kümmern, sondern auch um mehr Kulturarbeit. Es sei Aufgabe der Bezirksvertretung, „etwas anzustoßen“. Und zwar gerade in Handorf, wo eine „Konstruktion wie die Mehrzweckhalle in Gelmer“ dringend geboten sei: „Wir müssen da in die Bresche springen.“

Stefan Gottkehaskamp ( CDU ) wunderte sich: Die FDP sei doch sonst eher fürs Sparen zuständig, beim Bürgerbad etwa sei von den Liberalen nur Gegenwind gekommen. Die Idee sei überdies so kurzfristig in die Debatte eingebracht worden, dass die CDU sich erhalten werde. Jörn Möltgen (Grüne) verwies darauf, dass über den Etat der Bezirksvertretungen im Rahmen der Haushaltsberatungen diskutiert werde. Dort werde das Thema „fachlich ausgewogen“ behandelt – deshalb auch von grüner Seite eine Enthaltung.

Rückenwind bekam Moths vom Piraten Peter Hemecker („unser Etat wird von Spielplätzen aufgefressen“) und von UWG-Vertreter Fritz Pfau („die letzte Anhebung ist lange her“) – und da auch die SPD zustimmte, ging der Antrag glatt durch: Die BV Ost möchte in Zukunft über rund 88 000 Euro jährlich verfügen. Dabei geht es dem Stadtbezirk derzeit finanziell gut: Zu den für 2018 angesetzten 73 320 Euro kommen Restmittel von 90 000 Euro, weil 2017 keine Spielplätze saniert wurden. 2018 allerdings stehen vier Plätze auf der Liste.

Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek darf auch im neuen Jahr über 2000 Euro verfügen – wovon beispielsweise Blumensträuße für Jubilare angeschafft werden. Das Hospiz Lebenshaus erhält einen Zuschuss von 1000 Euro. 

Kommentar: Größerer Spielraum

Ein Gremium will für sich selbst mehr Geld – nicht ungewöhnlich. Dass aber in der Etatberatung der BV Ost so ausdrücklich von „Kulturarbeit“ die Rede war, lässt aufhorchen: Offensichtlich fanden die aus Handorfer Sicht dramatischen Ereignisse der vergangenen Monate doch noch einen Niederschlag in der politischen Debatte. Richtig ist: Das öffentliche Leben verabschiedet sich scheibchenweise aus dem Ort. Gerade der Verlust von Haus Münsterland ist kaum wieder gutzumachen. Das Modell der Mehrzweckhalle in Gelmer steht auf einmal als Vorbild da. Geld in die Hand zu nehmen, um auch in Handorf ähnliche Strukturen zu fördern, steht einer Bezirksvertretung gut zu Gesicht. Die BV braucht in jedem Fall einen größeren Spielraum, wenn es um mehr als nur Spielplätze gehen soll. Gut, dass nun wenigstens der Anspruch angemeldet wurde. Lukas Speckmann

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