Noch keine Durchfahrt für Autos Brückenneubau: Der Edelbach hat’s fast geschafft

Münster-Sudmühle -

Nach über drei Jahren ist die neue Brücke über den Edelbach fertig. Sie muss nur noch vom Tiefbauamt abgenommen werden. Autofahrer können sie noch nicht benutzen – zumindest solange die provisorische Zufahrt zum Schifffahrter Damm noch besteht.

Von Lukas Speckmann
Die Brücke über den Edelbach muss nur noch abgenommen werden. Radfahrer können sie schon benutzen. Wer mit dem Auto Gut Havichhorst erreichen will, muss nach wie vor über den Schifffahrter Damm fahren..
Die Brücke über den Edelbach muss nur noch abgenommen werden. Radfahrer können sie schon benutzen. Wer mit dem Auto Gut Havichhorst erreichen will, muss nach wie vor über den Schifffahrter Damm fahren.. Foto: spe

Nur eines fehlt noch: die Abnahme. Rainer Ditz , beim Tiefbauamt für die Baustelle am Edelbach zuständig, will in Kürze mit der Baufirma alles inspizieren – offenbar eine Formsache. Dann ist die neue Brücke offiziell fertig; drei Jahre und vier Monate nach der Zerstörung ihrer Vorgängerin durch die Jahrhundertflut im Juli 2014. Radfahrer und Fußgänger können sie ohnehin schon längst benutzen.

Autofahrer noch nicht. Baustellensperren, Lichter und Baken sowie massives landwirtschaftliches Gerät riegeln die Brücke ab. Der Eigentümer der Straße habe die Sperrung veranlasst, heißt es beim Tiefbauamt; er war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. Gut Havichhorst kann nach wie vor nur über die provisorische Zufahrt vom Schifffahrter Damm erreicht werden, die damals extra eingerichtet wurde. Grundsätzlich soll die Zufahrt über die Straße Havichhorster Mühle aber geöffnet werden, versichert Rainer Ditz.

Der Brückenneubau am Edelbach war die letzte große Baustelle des Flutregens im Stadtbezirk. Dass die Fertigstellung so lange dauerte, hing mit dem sandigen Untergrund und den komplizierten Interessenlagen am Edelbach zusammen, erläutert Berthold Reloe vom Tiefbauamt. Grund und Boden sind in Privatbesitz. Aber zum einen führt ein öffentlicher Fuß- und Radweg hier entlang, zum anderen war die alte Brücke ein nennenswertes Hindernis für den Bach.

Der Edelbach mäandriert in Richtung Werse. Foto: spe

Stadt, Eigentümer und Bezirksregierung hatten sich deshalb auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Ergebnis: Der Edelbach fließt nun ungehindert und ohne dramatisches Gefälle in die Werse, und der Wanderweg ist wieder frei: „Das Ergebnis ist gut“, meint Berthold Reloe. Schwärme von Stichlingen hätten bereits Pioniergeist bewiesen, und wo der Stichling schwimmt, seien andere Arten nicht weit.

Das Kapitel Edelbach ist damit noch nicht ganz geschlossen: Die Bezirksvertretung Münster-Ost entscheidet in ihrer nächsten öffentlichen Sitzung am Donnerstag (16. November), wie es mit seinem Oberlauf am Hof Stadtbäumer und jenseits des Schifffahrter Damms weitergeht. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Rathaus.

Kommentar: Chance für die Natur

Zugegeben, die Sperre auf der Edelbachbrücke wirkt etwas brüsk. Allerdings: Sie verhindert vorläufig, dass eine direkte Auto-Durchfahrt von hier aus in Richtung Gelmer entsteht – über unerwünschten Schleichverkehr können die Menschen in Sudmühle schließlich ein Liedchen singen. Es wird höchste Zeit, dass Gut Havichhorst wieder seine alte Zufahrt erhält und das Provisorium am Schifffahrter Damm geschlossen wird. Es war gefährlich genug. Fußgänger und Radfahrer haben ohnehin keinen Grund zur Klage: Über deren Wegerecht zur Havichhorster Mühle hatten sich der Eigentümer und die Stadt längst gütlich geeinigt. Und dass der hölzerne Steg über den Edelbach der Vergangenheit angehört bedauern höchstens jugendliche Abenteuerer . . . Der Edelbach gehört jedenfalls zu den Gewinnern. Die Stadt bekommt mit ihm ein vielversprechendes Stück Natur zurück. In Zeiten von Monokultur und Artensterben ist das eine gute Nachricht. Lukas Speckmann

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