Evangelische Gemeinde stellt Pläne vor Orgelprojekt: Italienisches Flair für die Zionskirche

Münster-Handorf -

In der Zionskirche Handorf gibt es eine Orgel, die es hinter sich hat. Seit Jahren wird darüber nachgedacht, was aus ihr werden soll. Nun steht fest: Sie muss weichen. Für einen Neubau.

Von Lukas Speckmann
Eine Buntstiftzeichnung gibt einen ersten Eindruck von der neuen Orgel. Pfarrer Dr. Christian Peters (l.), der Orgelsachverständige Michael Goede und die Vorsitzende des Fördervereins, Petra Schnell, sind von der Idee begeistert.
Eine Buntstiftzeichnung gibt einen ersten Eindruck von der neuen Orgel. Pfarrer Dr. Christian Peters (l.), der Orgelsachverständige Michael Goede und die Vorsitzende des Fördervereins, Petra Schnell, sind von der Idee begeistert. Foto: spe

Im Reformationsjahr macht sich die evangelische Kirchengemeinde Handorf selbst ein Geschenk – den Beschluss, eine neue Orgel zu bauen. Der Auftrag wurde mittlerweile erteilt: Er ging an den Orgelbaumeister Josef Pferdt aus Isny im Allgäu. Im Idealfall findet die Einweihung am 1. Advent 2019 statt, dem 60. Jahrestag der Zionskirche.

Mit der Entscheidung wurde ein Schlussstrich unter eine jahrelange Debatte gezogen. Die alte, 1960 gebaute Kleuker-Orgel ist ein typisches Kind ihrer Zeit, als es auch im Orgelbau schnell und billig gehen musste. Ihr Ende ist absehbar, doch sie hätte sich nur unter großem Aufwand und mit zweifelhaftem Ergebnis reparieren lassen. Das gute Stück im hinteren Emporenwinkel ist praktisch wertlos. Im Idealfall findet sich ein Liebhaber, der es kostenlos demontiert. Und dann? Ein halber Neubau unter Verwendung alter Register? Als Kompromisslösung zu aufwendig. Eine gebrauchte Orgel? Kein passendes Angebot in Sicht.

Orgelbauer Pferdt, der sich bereits in der Zionskirche umgesehen hatte, machte schließlich ein überzeugendes Angebot: einen kleinen Neubau mit nur zehn Registern, der an der Südwand der Kirche platziert wird, gleich links neben der Tür. Zwar müssen die hinteren Kirchenbänke weichen, aber dafür ist die Aufstellung völlig unkompliziert möglich. Und die Akustik ist ideal. Kirchenmusikdirektor Klaus Vetter und der Orgelsachverständige der Westfälischen Landeskirche, Michael Goede aus Bochum, sind Feuer und Flamme.

Michael Goede stellte der Gemeinde vor Kurzem das Konzept vor: Es wird eine Orgel italienischer Disposition und damit „ein Instrument, das aus der Masse heraussticht“ – mit nur wenigen Registern im Pedal und im zweiten Manual, dafür mit dem typisch italienischen Sound einer „Voce umana“, wie er im Umkreis kaum zu hören ist. Für die Interpretation von Alter Musik, Bach oder Mendelssohn ist die Orgel ebenso geeignet wie für die Begleitung Neuer geistlicher Lieder.

Der Preis? 83 000 Euro, die der Förderverein mit Spenden und Aktionen zusammentragen will. Klingt stattlich, ist aber geradezu ein Schnäppchen. Josef Pferdt baut die Orgel ganz alleine; eine zeitaufwendige Herzensangelegenheit, wie Pfarrer Dr. Christian Peters betont. 

 

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Den heutigen Reformationstag begeht die evangelische Gemeinde mit einem Abendmahlsgottesdienst um 11 Uhr in der Zionskirche.

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