Kleiderkammer sucht Helfer „Tragbar“: Motor der Flüchtlingshilfe

Münster-Handorf -

Die Kleiderkammer „Tragbar“ an der Ludwig-Wolker-Straße besteht seit zweieinhalb Jahren. Längst ist sie von einer reinen Flüchtlingshilfe-Einrichtung zu einem Treffpunkt für jedermann geworden. Die Einnahmen kommen der Arbeit der Flüchtlingshilfe Münster-Ost zugute.

Die Kleiderkammer „Tragbar“ sucht nach wie vor ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die Verkauf und Sortierung unterstützen.
Die Kleiderkammer „Tragbar“ sucht nach wie vor ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die Verkauf und Sortierung unterstützen. Foto: spe

Die Handorfer „Tragbar“ ist jetzt zweieinhalb Jahre alt. In dieser Zeit hat sie sich verändert: von einer Nothilfe-Einrichtung für Flüchtlinge zu einem Second-Hand-Laden für jedermann. Doch nach wie vor wird die Kleiderkammer ehrenamtlich und nicht-kommerziell geführt.

Im April 2015, als sich der Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung abzeichnete, eröffnete die Flüchtlingshilfe Münster-Ost die Kleiderkammer in der Ludwig-Wolker-Straße. Bei Bedarf konnten dort Menschen in Not auch kurzfristig versorgt werden: Kleidung, Schuhe oder Bettwäsche wurden von Bürgerinnen und Bürgern gespendet und kostenlos oder gegen einen kleinen Obolus weitergegeben.

Das Angebot der „Tragbar“ richtete sich von Anfang an bewusst nicht nur an Flüchtlinge, heißt es in einer Pressemitteilung. Alle Menschen mit kleinem Geldbeutel sollten sich willkommen fühlen. Erschwingliche Preise zwischen 50 Cent und vier Euro machten das Einkleiden im Laden für alle möglich.

Das Ziel war damals wie heute die Förderung der Integration geflüchteter Menschen. Denn durch die Einnahmen der „Tragbar“ werden die übrigen ehrenamtlichen Angebote der Flüchtlingshilfe unterstützt. Material für den Sprachunterricht, für die Kinderbetreuung oder das Näh-Café kann dank der Einnahmen aus dem Kleidungsverkauf angeschafft werden.

Inzwischen hat sich die Situation in Handorf verändert: Viele Flüchtlinge leben mittlerweile in festen Einrichtungen oder konnten in eigene Wohnungen ziehen. Die Flüchtlingseinrichtung in der Lützow-Kaserne wurde aufgelöst, und andere noch bestehende Einrichtungen sind nicht mehr so dicht bewohnt wie in der Anfangszeit.

Die Kundschaft der „Tragbar“ hat sich verändert, berichtet Gaby Wedekind , die Koordinatorin des Teams. Deshalb sei es wichtig, dass sich nicht nur Geflüchtete oder Bedürftige willkommen fühlen, sondern Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Insbesondere für Familien mit Kindern halte die „Tragbar“ ein reichhaltiges Angebot zu nach wie vor kleinen Preisen bereit.

Die Ehrenamtlichen sind dankbar, dass die Spendenbereitschaft der Menschen aus Handorf und darüber hinaus ungebrochen ist. Auch Firmen oder Bekleidungsgeschäfte gehören zu den Spendern. „Die richtige, nachhaltige Integrationsarbeit geht ja jetzt erst los. Um diese weiter unterstützen zu können, ist es umso wichtiger, dass die ,Tragbar‘ von vielen angenommen wird“, betont Gaby Wedekind.

Das Team braucht deshalb Verstärkung und sucht nach weiteren Ehrenamtlichen für Verkauf und Sortierung der Kleiderspenden. Gaby Wedekind (Telefonnummer 0160/ 97 59 88 99) freut sich über Hinweise und spontane Besuche im Laden.

Für den Verkauf ist das Geschäft an der Ludwig-Wolker-Straße 8 montags von 10 bis 12 Uhr und freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die Annahme von Kleiderspenden erfolgt mittwochs von 15 bis 17 Uhr.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5240962?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F137%2F