„Rollendes Glück“ löst sich auf Abschied vom Kegelclub nach 50 Jahren

Münster-Gelmer -

1967 war es noch ein wenig abenteuerlich, wenn ein paar Frauen ohne ihre Männer gemeinsam zum Kegeln gingen . . . Der Club „Rollendes Glück“ hielt durch. Nun wurde er aufgelöst. Nach 50 Jahren.

Von Marion Fenner
Nach 50 Jahren lösen die Keglerinnen aus Gelmer ihren Kegelclub „Rollendes Glück“ auf.
Nach 50 Jahren lösen die Keglerinnen aus Gelmer ihren Kegelclub „Rollendes Glück“ auf. Foto: Marion Fenner

50 Jahre „Rollendes Glück“ sind nun vorbei. Die Frauen des gleichnamigen Kegelclubs legen die Kugeln zur Seite. Zeit für einen ausgiebigen Rückblick bei einem gemeinsamen Abendessen.

Maria Rusche , ist die einzige, die von Beginn an mit dabei war. Sie hatte das „Rollende Glück“ gemeinsam mit Maria Gähr am 21. September 1967 gegründet. „Das war nicht einfach damals“, sagt Maria Rusche. Dass Frauen abends ohne ihre Männer in eine Gasstätte gingen, sei schon ein wenig argwöhnisch begutachtet worden. Doch die Frauen haben sich nicht beirren lassen. Den geselligen Abend einmal im Monat haben sie sich erkämpft und gegönnt. Auch diejenigen die später dazu kamen.

Im „Lötlämpken“ befand sich die erste Kegelbahn der Frauen. Später wechselten sie mehrmals das Lokal. „Wir waren über die Jahre immer eine tolle Gemeinschaft“, berichtet Josefa Recker , die seit Jahren mit Mathilde Brinkmann im Vorstand tätig ist. Nie habe es Streit untereinander gegeben. Beim Kegeln sei immer ganz genau Buch geführt worden. Gerda Röers sei oft die beste Keglerin gewesen. Doch das tat dem Ehrgeiz der anderen Frauen keinen Abbruch.

Klar, dass es die freundschaftlich verbundene Gruppe nicht nur beim Kegeln beließ. Das Geld aus der Kegelkasse musste schließlich ausgegeben werden. Schöne Fahrten wurden unternommen. Es ging nach Paris, nach Berlin, nach Heidelberg oder auch in die Lüneburger Heide. Dazu kamen ausgelassene Karnevalsfeste, Nikolausfeiern und Radtouren. Nur selten durften die Männer mit.

„Nun sind die meisten von uns über 80 Jahre alt“, sagt Mathilde Brinkmann. Zum 50-jährigen Bestehen sollte deshalb Schluss sein. Die sieben verbliebenen Mitglieder sind sicher, dass sie weiter freundschaftlich verbunden bleiben. „Außerdem laufen wir uns in Gelmer ja immer wieder über den Weg“, ist Josefa Recker sicher. Nur zum gemeinsamen Kegeln treffen sie sich künftig nicht mehr.

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