Bundeswehr bietet Gebäude an Offizierheim: Nur wenig Platz für Handorfs Vereine

Münster-Handorf -

Das Offizierheim an der Lützowstraße wurde vor einiger Zeit außer Betrieb genommen. Jetzt wird es wieder benutzbar gemacht - und damit dürfen auch Handorfer Vereine hier ihre Veranstaltungen abhalten. Vorausgesetzt, der Platz reicht aus.

Von Lukas Speckmann
Der Saal hat Charme. Deshalb können sich (v.l.) Oberstleutnant Mark Steffen Gottschalk, Ratsherr Manfred Wenzel und Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek gut vorstellen, dass hier Veranstaltungen stattfinden. Vorausgesetzt, der Platz reicht aus
Der Saal hat Charme. Deshalb können sich (v.l.) Oberstleutnant Mark Steffen Gottschalk, Ratsherr Manfred Wenzel und Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek gut vorstellen, dass hier Veranstaltungen stattfinden. Vorausgesetzt, der Platz reicht aus Foto: spe

Was als erstes ins Auge fällt, ist die Ähnlichkeit mit Haus Münsterland. Die bodentiefen Fenster. Die geklinkerten Wände. Die Türen, die Verkleidungen, die Vertäfelungen. Keine Frage, das Offizierheim vor dem Haupttor der Lützow-Kaserne stammt aus derselben Zeit, den 60er-Jahren, und es wurde für denselben Zweck gebaut: den soldatischen Alltag etwas bequemer zu gestalten. Auch Haus Münsterland war ursprünglich mal ein Soldatenheim.

Haus Münsterland wurde Ende Juni geschlossen, weil der Trägerverein Insolvenz anmelden musste. Das Offizierheim ist schon seit Längerem dicht, die Betreibergesellschaft OHG gibt es nicht mehr. Die Unteroffiziersschule des Heeres feierte hier im vergangenen Jahr ihren Abschied aus Münster; anschließend wurde das Haus leergeräumt.

„Die technischen Anlagen mussten außer Betrieb genommen werden“, sagt Thomas Goldschmidt , der Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums. Die veraltete Küche war beim besten Willen nicht mehr zu gebrauchen, und sogar die Kegelbahn im Keller wurde ausgebaut – aus Gründen des Brandschutzes. Es gab keinen zweiten Fluchtweg.

Der Saal jedenfalls hat noch einiges von seiner alten Pracht bewahrt: An der einen Seite hängt ein großer Spiegel, auf der anderen Seite das Porträt von „Marschall Vorwärts“, am weißen Plafond sind drei üppige Lüster angebracht, die großzügige Terrasse erlaubt einen freien Blick in den parkähnlichen Garten. Der Raum ist kleiner und flacher als der Saal im Haus Münsterland, und er hat keine Bühne. Aber sonst: tadellos.

Schon vor der Inbetriebnahme von Haus Münsterland 2010 fand ein Teil des Handorfer öffentlichen Leben hier statt, weshalb Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek – früher selbst bei der Bundeswehr tätig – die Idee ins Spiel brachte. Bei Thomas Goldschmidt und dem Kasernenkommandanten Oberstleutnant Mark Steffen Goldschmidt fand sie Gehör. Die Bundeswehr sehe sich „in der Mitte der Gesellschaft“ und lege Wert auf gute Nachbarschaft, betont Goldschmidt: „Uns geht es ums Helfen.“

Dass die Idee an Grenzen stößt, wurde deutlich, als die kfd St. Petronilla – wie berichtet – ihre Theaterproduktion für 2018 absagte. Keine Küche, keine Bühne und eine Besucher-Obergrenze von 100 Personen: Damit lasse sich die aufwendige Inszenierung im Offizierheim nicht verwirklichen.

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