Oxford-Kaserne Die Flüchtlingszahlen sinken

Münster-Gievenbeck -

Rückläufige Zahlen Asylsuchender sorgen auch dafür, dass die in kommunaler Verantwortung stehenden Einrichtungen für Geflüchtete längst nicht mehr so ausgelastet sind, wie etwa noch vor zwei Jahren.

Von Kay Böckling
In der ehemaligen Truppenunterkunft Block zwölf leben derzeit rund 90 Flüchtlinge, Platz bietet die Immobilie für 120 Menschen, wie Thomas Schulze auf´m Hofe und Nina Herbstmann vor Ort erläuterten. In der Erstaufnahme-Einrichtung (kl. Foto) für Flüchtlinge könnten 92 Personen unterkommen, momentan leben dort 40 Flüchtlinge.
In der ehemaligen Truppenunterkunft Block zwölf leben derzeit rund 90 Flüchtlinge, Platz bietet die Immobilie für 120 Menschen, wie Thomas Schulze auf´m Hofe und Nina Herbstmann vor Ort erläuterten. In der Erstaufnahme-Einrichtung (kl. Foto) für Flüchtlinge könnten 92 Personen unterkommen, momentan leben dort 40 Flüchtlinge. Foto: kbö

Die Johanniter schlossen wie berichtet mit Ende des vergangenen Jahres die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge in der Oxford-Kaserne. Rückläufige Zahlen Asylsuchender sorgen auch dafür, dass die in kommunaler Verantwortung stehenden Einrichtungen für Geflüchtete längst nicht mehr so ausgelastet sind, wie etwa noch vor zwei Jahren. Auch das betrifft insbesondere die umgebauten ehemaligen Truppen-Unterkünfte in der Oxford-Kaserne. Ein Rückblick sowie eine aktuelle Bestandsaufnahme der derzeitigen Belegungssituation an der Roxeler Straße.

Als vor einigen Jahren die Flüchtlingsströme ein bislang nicht gekanntes Ausmaß annahmen, waren die Möglichkeiten zur Unterbringung der Hilfesuchenden begrenzt. Anders als andere Kommunen war die Stadt Münster in der Lage, mit der von den Briten verlassenen Oxford-Kaserne ein Areal und vor allem gut erhaltene Immobilien zur Verfügung zu haben, in denen kurzfristig der so dringend benötigte Wohnraum geschaffen werden konnte.

Zunächst entstand im Block 42 die Erstaufnahme für Flüchtlinge der Stadt. Die weiter steigende Zahl Asylsuchender machte den Umbau weiterer ehemaliger Truppenunterkünfte notwendig.

Im Gebäude zwölf entstanden so nach einer Umbauzeit von knapp einem halben Jahr 120 Plätze, zwei weitere benachbarte Immobilien wurden für die mögliche Unterbringung von bis zu 170 Flüchtlingen umgebaut – die allerdings als absolute Notreserve vorgehalten wurden, wie Thomas Schulze auf´m Hofe vom münsterischen Sozialamt am Mittwoch während eines Ortstermins erläuterte. Das Gesamt-Budget für alle Umbauarbeiten bezifferte dass städtische Amt für Immobilienmanagement seinerzeit auf 7,4 Millionen Euro.

Von den 92 Plätzen in der städtischen Erstaufnahme (Haus 42) sind derzeit bis zu 40 belegt. „Es gab aber auch schon andere Zeiten“, wie Sozialamts-Mitarbeiterin Nina Herbstmann sagt. Überbelegungen seien in der Vergangenheit keine Seltenheit gewesen. In der temporären Einrichtung (Haus zwölf) leben derzeit rund 90 Menschen. Langfristiges Ziel ist es, sie in ein reguläres Mietverhältnis im Stadtgebiet zu vermitteln, wie Thomas Schulze auf´m Hofe sagt.

Im Laufe der Jahre (die Erstaufnahme begann im April 2015 mit der Arbeit) nahmen insgesamt rund 2500 Asylsuchende die Einrichtung in Anspruch und wurden von dort aus auf andere Unterkünfte im Stadtgebiet verteilt. Nicht selten auch in eine der benachbarten und umgebauten Truppen-Räume. Diese sollten zunächst auch der Erstaufnahme dienen, wurden dann aber als temporäre Unterkünfte genutzt.

Auch andere Immobilien auf dem Oxford-Areal konnten von der Stadt nach einem Umbau genutzt werden. So befindet sich im Gebäude sieben die Fachstelle des Job-Centers für Geflüchtete, im Gebäude 43 werden Sprachkurse und eine Kinderbetreuung angeboten. Das Sozialamt, das Job-Center und der Integration-Point bündeln ihre Kräfte im Haus 38.

Wie sieht es nach der Umgestaltung des Areals aus, so denn die Stadt mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Einigkeit bezüglich des Kaufpreises des Areals erzielt? Schulze auf´ Hofe: „Aus Sicht des Sozialamts wäre es wünschenswert, wenn der Standort der Erstaufnahmeeinrichtung im Quartier erhalten bliebe.

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