Tiefbauamt begutachtet Querungen regelmäßig „Alle Brücken werden geprüft“

MÜNSTER-WEST -

Hält die Brücke? Nachdem ein Unfall eine Fußgängerbrücke so beschädigte, dass sie gesperrt bleibt, geraten auch andere Brücken in den Fokus.

Von Jan Schneider
Gesperrt ist die Brücke zwischen Rüschhaus und Twenteweg. Nach einem Unfallschaden wird sie 2018 neu gebaut. Die weiteren Brücken im Bezirk (kleines Bild: die Brücke am Arnheimweg) bereiten derzeit keine Probleme.
Gesperrt ist die Brücke zwischen Rüschhaus und Twenteweg. Nach einem Unfallschaden wird sie 2018 neu gebaut. Die weiteren Brücken im Bezirk (kleines Bild: die Brücke am Arnheimweg) bereiten derzeit keine Probleme. Foto: jans

Zaun, Sperre und Verbotsschild machen nachdrücklich klar: Die Geh- und Radweg-Brücke zwischen Rüschhaus- und Twenteweg ist gesperrt. Ein Unfall mit einem Radlader hat das über 30 Jahre alte Bauwerk beschädigt (wir berichteten). Ein Neubau war schon vor dem Unfall für April 2018 vom Tiefbauamt geplant. Grund genug, mal nachzufragen, wie der Zustand der übrigen Brücken in Münster-West ist.

„Alle Brücken werden geprüft“, stellt Jürgen Teigelmeister, beim Tiefbauamt zuständig für den Bereich Brückenneubau und -erhaltung, fest. Eine „Hauptprüfung“ der Brücken finde alle sechs Jahre statt. Dann werden die Bauwerke komplett untersucht. Eine „einfache Prüfung“ für die Brücken gebe es schon alle drei Jahre. Dann werde insbesondere auf Risse oder Veränderungen geachtet. Zudem werden die Brücken zwei Mal im Jahr „beobachtet“, um weitere Schäden schnell zu erkennen. Weitere Informationen zum Brückenzustand kommen häufig aus der Nachbarschaft. Teigelkamp: „Wir haben auch nette Bürger, die anrufen.“

Fachmann

Allerdings, so der Fachmann weiter, nehme das Tiefbauamt nur fünf Prozent der Brücken-Prüfungen selbst vor. Der Rest werde an Gutachter vergeben und durch die Behörde begleitet.

Und in welchem Zustand sind die Brücken in Münster-West nun? Teigelmeister gibt Entwarnung. Notwendige Unterhaltungsmaßnahmen kündigt er in nächster Zeit nur für eine Brücke an der Bredeheide an. Dort müssten die Geländerkonstruktion und der Belag erneuert werden.

Heroldstraße

Trotzdem haben Teigelmeiser und sein Team derzeit mit dem Brückenbau im Westen einiges zu tun, denn die Großbaustelle an der Heroldstraße in Mecklenbeck schließt auch neue Brücken mit ein. „Wir bauen erst die Brücken über die Eisenbahn“, so Teigelmeister. 3,9 Millionen Euro sollen diese Bauten im insgesamt 27 Millionen Euro teuren Projekt zur Verschwenkung der Herold­straße kosten. Die genaue Anzahl der Brücken über insbesondere die vielen Bäche in Münster-West kennt Teigelmeister übrigens nicht. Aber die Definition für die von ihm betreuten Bauwerke kommt wie aus der Pistole geschossen: „Alles was länger als zwei Meter ist, ist ´ne Brücke.“

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