Bildung 2.0. Früh Bildung für alle ermöglichen

Münster-Gievenbeck -

Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ fördert das Bundesfamilienministerium alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil in der Kindertagesbetreuung. Die weiteren Schwerpunkte des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ sind inklusive Pädagogik und Zusammenarbeit mit Familien. Und eine Kita in Gievenbeck macht als „Sprach-Kita“ mit.

Von Peter Sauer
Das Thema „Sprache“ wird von den „Lichtblick“-Kindern gut angenommen.
Das Thema „Sprache“ wird von den „Lichtblick“-Kindern gut angenommen. Foto: Kita Lichtblick

Womit erschließen sich Kinder die Welt? Über Sprache. Erste Laute, Wörter, Sätze. Damit treten sie mit Menschen in Kontakt und eignen sich Schritt für Schritt ihr Wissen an. Studien haben gezeigt, dass sprachliche Kompetenzen einen erheblichen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg und den Einstieg ins Berufsleben haben. Deshalb initiierte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das neue Bundesprogramm „Sprach-Kitas. Zu den Kindergärten, die daran teilnehmen, zählt die Kita „Lichtblick“ in Gievenbeck.

Sprachliche Bildung ist dann besonders wirksam, wenn sie früh beginnt und jedem Kind gleichermaßen offensteht, ganz gleich aus welchen Lebensumständen und Bildungsmilieus es kommt, ganz gleich welche Hautfarbe es trägt – so der wissenschaftliche Ausgangspunkt des Programms.

„Wir nehmen daran teil, weil wir viele Kinder mit internationaler Geschichte bei uns haben“, erläutert Kita-Leiterin Jutta Lüdenbach, „und weil wir alle – Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte – von sprachlicher Bildung nur profitieren können“.

So sind denn auch inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien weitere Schwerpunkte.

Die Kita „Lichtblick“ wird dabei durch eine zusätzliche Fachkraft „Sprach-Kitas“ mit Expertise im Bereich sprachliche Bildung unterstützt. Diese Aufgabe übernimmt die promovierte Musikwissenschaftlerin, Autorin, und Erzieherin Veronika Beci . Sie begleitet die pädagogischen Fachkräfte in der Kita bei der Weiterentwicklung alltagsintegrierter sprachlicher Bildung.

Sie ermutigt die Mitarbeiterinnen, ihr Handeln bewusst mit Sprache zu begleiten. Dazu nutzen sie typische Gesprächsanlässe im Kita-Alltag, wie zum Beispiel beim An- und Ausziehen in der Garderobe. Sie versuchen im feinfühligen Dialog mit dem Kind, dessen Wortschatz und Sprachfähigkeiten individuell zu erweitern. „Sprache macht reich – in vielfacher Hinsicht. Sprache macht stark und selbstständig“, erläutert Veronika Beci die Zielrichtung des Projekts, „und wir brauchen starke Menschen, die reich an kreativen Einfällen sind“. Eine zusätzliche Fachberatung unterstützt die Qualitätsentwicklung in der Kita.

Auch aktuelle Sprachanlässe im Alltag der Kita Lichtblick werden für die Arbeit genutzt, wie am Freitag (27. Oktober). Dann feiert die Kita ab 8 Uhr ein Luther-Fest. Es gibt unter anderem ein Theaterstück, ein mittelalterliches Essen, eine Bastelaktion und die Möglichkeit, eigene Thesen aufzuschreiben und zu veröffentlichen, also auch ganz im Dienst der Sprache.

Zum Thema

Infos gibt es bei Dr. Veronika Beci, Kita Lichtblick, Ahausweg 37, ' 02 51 / 87 14 30 5.                   |           www.fruehe-chancen.de/     sprach-kitas

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