20 Jahre vegetarischer Mittagstisch Bis heute 250 000 Essen ausgegeben

Münster-Gievenbeck -

Seit 20 Jahren gibt es den vegetarischen Mittagstisch im Gievenbecker Fachwerk. Vom ersten Tag an wurde das Angebot gut wahrgenommen. Im Interview gibt Fachwerk-Leiter Alfons Egbert einen Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung des Angebots.

Farfalle mit Möhren und Walnusspesto bereitete Sabrina Moisa am Mittwoch für die Gäste des vegetarischen Mittagstisches vor.
Farfalle mit Möhren und Walnusspesto bereitete Sabrina Moisa am Mittwoch für die Gäste des vegetarischen Mittagstisches vor. Foto: kbö

Von einer Erfolgsgeschichte zu sprechen, wäre fast schon untertrieben: Rund 250 000 Essen sind bislang ausgegeben worden. Und das in 20 Jahren. So lange besteht der vegetarische Mittagstisch im Gievenbecker Fachwerk, einer Einrichtung des Amts für Kinder, Jugendliche und Familien. Am 20. Oktober 1997 startete das Angebot, das längst zu einer Institution im Stadtteil geworden ist. Unser Redakteur Kay Böck­ling sprach mit Fachwerk-Leiter Alfons Egbert über 20 Jahre Mittagstisch.

Herr Egbert, warum wurde seinerzeit der vegetarische Mittagstisch ins Leben gerufen?

Egbert: 1997 wurde ein neues Konzept für das Haus entwickelt. Die Leitidee war es, zusätzliche Nutzergruppen zu erreichen. Eine Idee, die in diesem Zusammenhang entwickelt wurde, war es, das Café als Raum für einen Mittagstisch zu nutzen.

Wie wurde das Café zuvor genutzt?

Egbert: Es war ein Jugendtreff, der allerdings wenig besucht wurde. Hier wohnten kaum Jugendliche im Umkreis, die den Treff nutzten. Im Zusammenspiel mit der Tenne war es natürlich eine große Anlage und für ein paar Jugendliche einfach zu groß. Wir haben dann die Kinder- und Jugendarbeit dorthin verlagert, wo die Klientel auch lebt. Zudem war eines der Ziele, eine Image-Verbesserung zu erreichen.

Warum der Zusatz „vegetarisch“?

Egbert: Weil vegetarische Speisen einfacher herzustellen sind. Wir bieten mittags immer nur ein Gericht an. Somit vereinfacht das auch die gesamte Lagerhaltung.

Wie kam damals das neue Konzept an?

Egbert: Bereits am zweiten Tag haben wir 25 Essen ausgegeben. Das kann man durchaus als Erfolg werten.

Wie hat sich das ganze dann im Laufe des Jahresentwickelt?

Egbert: In dieser Woche hatten wir an einigen Tagen bis zu 90 Gäste.

Sind es immer die gleichen Besucher oder gibt es auch welche, die zum ersten mal kommen?

Egbert: Sowohl als auch. Wir haben wirklich Stammgäste, die kommen seit der Eröffnung. Das ist eine Gruppe von bis zu sieben Leuten. Die arbeiten zum Teil hier in der Gegend. Andere kommen wirklich auch das erste Mal zu uns, weil sie – von wem auch immer – jetzt erst von diesem Angebot erfahren haben.

Hat sich im Laufe der Jahre etwas am Konzept geändert?

Egbert: Eigentlich nicht, grundsätzlich ist es gleich geblieben. Wichtig ist es, dass es sich hier nicht um eine „Kantine“ handelt, sondern um einen Ort der Begegnung und Kommunikation, um einen Treffpunkt, an dem man sich austauschen kann. Wenn Stammgäste und neue Gäste sich mischen – und anders ist das beim Tischangebot nicht möglich – dann bietet der Raum die Notwendigkeit, sich an einen Tisch zu setzen, an dem vielleicht schon jemand sitzt. So ergeben sich automatisch Gespräche.

Wann gibt es den Mittagstisch?

Egbert: Sechs Mal in der Woche sonntags bis freitags von 12 bis 14 Uhr.

Durch die geringen Kosten – 5,50 Euro pro Gericht – entsteht doch ein Minus . . .

Egbert: Das ist richtig, ein städtischer Zuschuss ist notwendig. Das wird aber abgefedert – beispielsweise durch die Vermietungen der Tenne und dem daraus resultierenden Gewinn. Zudem gibt es einen Zuschuss bezüglich des Ansatzes, dass es sich um einen Ort der Begegnung handelt. Hier bekommen auch junge Familien Unterstützung, die Mittags günstig und gut essen gehen können.

Wer stellt eigentlich den Essensplan zusammen?

Egbert: Frank Dietrich, der unter anderem auch für das Café zuständig ist, in Zusammenarbeit mit einer Köchin. Insgesamt haben wir bis zu fünf Köche.

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