Training für Grundschüler Konflikte erfolgreich verhindern

Münster-Gievenbeck -

Schikanen, Wutausbrüche und Mobbing können das Lernklima an einer Schule belasten, so dass konzentriertes Lernen kaum noch möglich ist. Die Michaelschule hat jetzt ein zweiwöchiges Anti-Konflikt-Training in den Unterricht integriert, den der Kölner Verein „Gewaltfrei Lernen“ anbietet.

Von Reinhold Kringel
„Gewaltfrei lernen“ steht zurzeit auf dem Stundenplan der Schüler der Michaelschule in Gievenbeck. Robin Christ brachte den Kindern bei, wie man sich in Konfliktsituationen richtig verhält.
„Gewaltfrei lernen“ steht zurzeit auf dem Stundenplan der Schüler der Michaelschule in Gievenbeck. Robin Christ brachte den Kindern bei, wie man sich in Konfliktsituationen richtig verhält. Foto: rkr

Das Training gibt den Schülern Hilfsmittel an die Hand, um sich gegen verbale und körperliche Gewalt zu schützen. Präventiv handeln ist das Credo des Vereins und nicht erst, wenn es weh getan hat.

Zwei Wochen lang sind die Trainer Robin Christ und Wanja Brochröder an der Schule und unterrichten Kinder und Lehrer. An einem Abend werden sogar die Eltern miteinbezogen und in das Konzept eingeweiht. Die 268 Kinder der Schule werden fünf Stunden lang unterrichtet, verteilt auf drei Tage. Schulleiterin Petra Bredenjürgen ist von dem Projekt überzeugt: „Ich bin begeistert, genau so ein Projekt haben wir gesucht.“ Die Kosten von 7000 Euro waren nicht einfach zu stemmen.

Unterstützt wurde das Projekt durch die Sparda-Bank, die 5000 Euro bereitstellte. Stephan Grone, Regionaldirektor für Münster und die Region, kam persönlich in die Michaelschule, um den Kindern beim Training zuzuschauen. „Das Konzept hat mich überzeugt, es hat Hand und Fuß“, meinte er anschließend. Er könne sich auch vorstellen, über die eigene Stiftung der Genossenschaftsbank in Zukunft weitere Schulen in Münster mit Spenden für das Training zu unterstützen, allerdings müssten die Schulen etwas Geduld mitbringen, denn „Gewaltfrei Lernen“-Gründerin Sybille Wanders und ihr Team seien sehr gefragt an den Schulen.

Beim Training in der Sporthalle zeigte Robin Christ den Kindern die richtige Körpersprache bei Konflikten. Wenn ein Mitschüler sie attackiert, dann sollen sie deutlich „Stopp“ rufen und eine abwehrende Handbewegung machen. Hilft das auch beim dritten Mal nicht, dann sollen die Kinder eine Lehrerin rufen und den Fall schildern. Anschließend soll der Konflikt mit einer richtigen Entschuldigung des Übeltäters und einem Wiedergutmachungsgeschenk bereinigt werden.

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