Ortsmitte Gievenbeck Ein „Signal“ für Gievenbeck?

Münster-Gievenbeck -

Die Umgestaltung des Zentrums soll kommen: In der Bezirksvertretung Münster-West gab es heftige Diskussionen darüber, was gemacht werden soll.

Von Siegmund Natschke
Der Rüschhausweg soll in Zukunft direkt in die Von-Esmarch-Straße einmünden. Derzeit befindet sich dort ein Parkplatz, den bei diesem Foto gerade die Feuerwehr nutzt.
Der Rüschhausweg soll in Zukunft direkt in die Von-Esmarch-Straße einmünden. Derzeit befindet sich dort ein Parkplatz, den bei diesem Foto gerade die Feuerwehr nutzt. Foto: sn

Ist das der große Wurf? Ein zentraler Platz soll in Gievenbecks Mitte entstehen, und dafür wird der „kleine Rüchhausweg“ umgelegt. Er soll nun direkt in die Von-Esmarch-Straße einmünden, dadurch entsteht der Raum, der für den Stadtteil ein Schritt nach vorne sein soll. „Das ist der Einstieg in die Umgestaltung“, erklärte Andreas Kurz vom Stadtplanungsamt vor der Bezirksvertretung West. An dem Vorhaben wurde aber auch Kritik laut.

Ein „Signal für Gievenbeck“ sei das, meinte Kurz. Eines, das auf die Bürger selbst zurückgeht. Für die Gievenbecker hatte es nämlich im Jahr 2015 von der Stadt initiierte Workshops zur zukünftigen Entwicklung des Ortskerns gegeben. Die Menschen aus dem Stadtteil hatten eine ganze Menge zu sagen, sie bemängelten etwa die starke Zerklüftung des Gievenbecker Zentrums und die starke Verkehrsbetonung. Aus den Anregungen und der Kritk entwickelte schließlich das Büro „Pesch und Partner“ das neue Konzept für die Bummelmeile des Ortes.

Ein „straßenübergreifender zentraler Platz“ soll entstehen, insbesondere durch die Einbeziehung des Arnheimwegs. Allerdings: Die Rahmenbedingungen, so Kurz, seien nicht dazu geeignet, aus der Von-Esmarch-Straße einen verkehrsberuhigten Platz zu machen oder einen sogenannten „Shared Space“, also einen gleichberechtigten „gemeinsamen Raum“ für Fußgänger, Radfahrer und Autos. Die Verkehrsströme seien dafür zu groß.

Die Verwaltung geht hier von einer Zahl von derzeit rund 7000 Autos aus, die jeden Tag die Von-Esmarch-Straße entlangfahren würden. Und außerdem, meinte der Stadtplaner, werde dort auch dem Paragraphen eins der Straßenverkehrsordnung viel zu wenig Folge geleistet: nämlich dem Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme.

Die Ausführungen stießen auf Kritik der SPD-Fraktion: Wenn die Verkehrsberuhigung und der „Shared Space“ nicht kämen, bliebe die gesamte Umgestaltung nur „Flickwerk“, so hieß es in einem nachträglich eingereichten Antrag der Sozialdemokraten. Denn: „Wer möchte sich auf einem Platz aufhalten, neben dem unmittelbar der Verkehr braust?“

Eine andere Kritik gab es von Udo Junge, ebenfalls von der SPD : „Es wird hier nach der kurzfristigen Sicht der Dinge geplant, und nicht danach, wie sich der Verkehr einmal entwickeln wird“, meinte er: „Ich werde es noch erleben, dass ich mit dem Handy ein vollautomatisiertes Auto bestelle und das mich dann von A nach B bringt.“ Deshalb, so das neue Mitglied in der Bezirksvertretung, würden die Planungen „keine 20 Jahre“ Bestand haben.

Das veranlasste Peter Wolfgarten (CDU), konkrete Lösungen anzumahnen. Zudem nahmen die Christdemokraten eine Auszeit, um sich gemeinsam zu beraten. Bei der Abstimmung war dann das Ergebnis sichtbar: Nicht nur die Planungsvorlage der Verwaltung wurde einstimmig angenommen, sondern auch der Änderungsantrag der SPD.

„Sonst wäre die Von-Esmarch-Straße aus den Planungen herausgenommen worden“, sagte Wolfgarten. Alle zogen also an einem Strang. „Das war revolutionär“, meinte Peter Koch-Tölken von der FDP. Die CDU legte wiederum Wert darauf, auch den städtischen Grund vor der Michaelkirche in die Planungen einzubeziehen, insbesondere um einen sicheren Schulweg zur Michael-Grundschule zu gewährleisten.

Zeitgleich zur Bezirksvertretung West tagte auch der Planungsausschuss des Rates. Thema war dieselbe Beschlussvorlage. „Wir haben endgültig zugestimmt“, erklärte Mechthild Neuhaus von der CDU Gievenbeck: „Die Platzgestaltung Gievenbeck-Mitte kommt!“

Als Nächstes werden die Gievenbecker wieder miteinbezogen: Am 9. November um 19.30 Uhr ist dafür eine Bürgerinformationsveranstaltung über die Neugestaltungspläne in der Michael-Schule angesetzt.

Nun ist die Verwaltung am Zug und muss den Vorstellungen der Bezirksvertreter Rechnung tragen. Vorgesehen ist die Umsetzung der Pläne dann ab dem Jahr 2019.

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