Politik und Bürger diskutieren über das Oxford-Gelände Offen für Veränderungen?

Münster-Gievenbeck -

Fest steht: Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Oxford-Kaserne wird schon zum Ende des Jahres geschlossen. Während die Politik diese Entscheidung begrüßt, herrscht bei manchen Gievenbecker Bürgern noch Skepsis beüglich der Zukunft des Kasernengeländes.

Von Franziska Eickholt
Noch stehen die Tore der Oxford-Kaserne offen für Flüchtlinge. Ab dem 1. Januar 2018 wird sich das ändern. Der Betrieb der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes NRW wird dann eingestellt
Noch stehen die Tore der Oxford-Kaserne offen für Flüchtlinge. Ab dem 1. Januar 2018 wird sich das ändern. Der Betrieb der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes NRW wird dann eingestellt Foto: fre

Wo ursprünglich noch bis Ende 2018 eine erste Anlaufstelle für Flüchtlinge in Münster sein sollte, ist nun schon deutlich eher Schluss. Nach langen Verhandlungen von Oberbürgermeister Markus Lewe mit NRW-Integrationsminister Joachim Stamp und der Präsidentin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Jutta Cordt, steht jetzt fest: Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Oxford-Kaserne stellt schon zum 31. Dezember 2017 den Betrieb ein (wir berichteten). Grund dafür ist laut Lewe, dass die Einrichtung in Gievenbeck ohnehin nur noch „marginal“ genutzt werde. Während die Reaktionen seitens der Politik überwiegend positiv ausfallen, sehen viele Bürger dieser Entscheidung mit gemischten Gefühlen entgegen.

Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine freut sich besonders darüber, dass das Kasernen-Gelände nun ab 2018 vollständig überplant werden kann. „Für Gievenbeck ist es toll, dass dort nun vielleicht schneller als erwartet gebaut werden kann. Denn das, was wir wirklich brauchen, ist bezahlbarer Wohnraum.“ Rund 1200 Wohnungen sollen in dem neuen Wohngebiet entstehen, in dem 2018 die ersten Bagger anrollen könnten.

Bezirksvertreter Peter Koch-Tölken zeigt sich ebenfalls erfreut über die Übereinkunft der Stadt Münster und des Landes NRW. „Hoffentlich wird der Kaufvertrag für das Kasernen-Gelände zwischen der Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben noch bis Ende dieses Jahres unterzeichnet.“

Man müsse neben dem neu entstehenden Wohnraum jedoch ebenso ein Auge auf die geplanten Sportflächen haben, die laut Koch-Tölken zu den zentralen Wünschen der Bürger für die Umgestaltung des Geländes zählten.

Lauscht man den Gesprächen im Stadtteil, so wird vor allem eines deutlich: Bei den Bürgern in Gievenbeck ist das Konversionsgelände weiterhin ein heiß diskutiertes Thema. „Dass die Erstaufnahmeeinrichtung eher als gedacht schließt, zeigt, dass sich etwas verändern wird“, meint etwa die Gievenbeckerin Verena Marx. Man könne das Gelände schließlich nicht bebauen und sich gleichzeitig um die Versorgung der verbliebenen Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung kümmern. „Durch die Schließung der Einrichtung wird sich auf dem Oxford-Gelände etwas bewegen.“

Gegenüber eben dieser Veränderung herrscht jedoch bei manchen Bürgern eine gewisse Skepsis. „Wenn der Bedarf nicht mehr vorhanden ist, ist es richtig, den Betrieb der Einrichtung einzustellen. Man sollte mit dem neuen Wohngebiet allerdings nicht zu schnell agieren. Denn Gievenbeck ist ohnehin schon sehr eng bebaut“, gibt die Gievenbeckerin Barbara Stallmeister zu bedenken.

Wie genau es mit der Konversion des Oxford-Geländes weitergeht, soll in der nächsten Woche im Rat der Stadt Münster besprochen und diskutiert werden.

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