Interview zu einem Feldversuch Dieser Mais ist nichts für den Teller

Münster-Weat -

Zahlreiche Maisfelder rundum Münster werden Anfang Oktober geerntet, die Kolben sind so gut wie reif. Doch ein Maisfeld am Rande Gievenbecks unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht optisch von den meisten anderen Feldern.

Sie informierten über den Maissorten-Versuch am Rüschhausweg in Gievenbeck: Wilhelm Hüntrup (l.) und Jörg Stegemann. Ein Blick auf einen geschälten Maiskolben (kl. Bild) zeigt: Die Pflanze ist bald reif und kann dann Anfang Oktober geerntet werden. Der Mais vom Feldversuch soll an Schweine verfüttert werden.
Sie informierten über den Maissorten-Versuch am Rüschhausweg in Gievenbeck: Wilhelm Hüntrup (l.) und Jörg Stegemann. Ein Blick auf einen geschälten Maiskolben (kl. Bild) zeigt: Die Pflanze ist bald reif und kann dann Anfang Oktober geerntet werden. Der Mais vom Feldversuch soll an Schweine verfüttert werden.

Verschiedene Bahnen sind mit Hinweisschildern und Info-Tafeln versehen, die Pflanzen als solche sind unterschiedlich groß. Was es damit auf sich hat, erklären Wilhelm Hüntrup, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Nienberge sowie Jörg Stegemann, der das Feld bewirtschaftet, im Gespräch mit Redakteur Kay Böckling .

Wer dieses Feld am Rüschhausweg passiert, stellt sich unweigerlich die Frage, was die Schilder hier zu bedeuten haben. . .

Stegemann: Hier werden verschiedene Maissorten angebaut. Die Schilder geben Auskunft über diese Sorten. Die Informationen sind insbesondere für die Landwirte interessant. Aber auch die Öffentlichkeit kann sich hier informieren. So geben Info-Tafeln unter anderem Auskunft darüber, für was Mais genutzt wird.

Wie viele verschiedene Maissorten sind auf diesem Feld angepflanzt?

Stegemann: Es sind zehn Sorten.

Und wie unterscheiden die sich? Für den Laien wie mich ist Mais schlichtweg Mais . . .

Hüntrup: Das ist richtig. Aber Mais wird für die unterschiedlichsten Nutzungszwecke angebaut: Für die Rindviehmast oder für Milchviehbetriebe, für die Schweinefütterung oder für Biogasanlagen. Dementsprechend gibt es auch unterschiedliche Sorten.

Sie sprachen gerade die verschiedenen Nutzungszwecke an. Nehmen wir einmal das Beispiel Biogasanlagen. Welche Maissorte ist da besonders geeignet?

Hüntrup: Da nimmt man gerne einen massenbetonten Mais, der viel Trockensubstanz bringt. Das sind meist die höher wachsenden Sorten.

Gibt es hier auch Mais, der sich später einmal auf em menschlichen Speiseplan wiederfindet, wie etwa im Salat, auf der Pizza oder in anderen Gerichten?

Hüntrup: : Hier ist keiner dabei, der speziell dafür geeignet wäre. Auf diesem Feld gibt es Mais für die hiesige Veredelungswirtschaft.

Wozu dient ein solcher Maissorten-Versuch wie hier in Gievenbeck?

Stegemann: Die Landwirte schauen sich während eines speziellen Ortstermins beispielsweise die Kolben an und vergleichen die verschiedenen Sorten.

Hüntrup: Hier handelt es sich um einen Versuch der Saat-Firma KWS. Am 7. September organisieren wir dann um 19 Uhr einen Feldtag. Es kommt ein Vertreter der Saat-Firma und wird die einzelnen Sorten genau erläutern. Aus einem solchen Feldversuch können die Landwirte dann verschiedene Schlüsse für den Anbau im nächsten Jahr ziehen.

Gibt es diesbezüglich denn keine Erfahrungswerte?

Hüntrup: Die gibt es schon. Aber solche ein Feldversuch zeigt die Ergebnisse schön prägnant an einem Standort.

Neben den Mais-Bezeichnungen auf dem jeweiligen Schildern stehen auch Zahlen. Was haben die zu bedeuten?

Stegemann: Die geben die Reife-Zahl an. Verschiedene Maissorten benötigen auch eine unterschiedliche Anzahl an Sonnenstunden, bis sie zur Reife kommen.

Wenn die Unterschiede so groß sind, ist auch die Ernte unterschiedlich terminiert?

Hüntrup: In der Regel ja. Es kommt immer auf die Nutzungsrichtung an.

Aber für diesen speziellen Maissorten-Versuch in Gievenbeck gilt das nicht, oder?

Stegemann: Hier wird alles gemeinsam geerntet. Es handelt sich ja auch nicht um eine sehr große Menge.

Was passiert dann später mit dem Mais vom Rüschhausweg ?

Stegemann: Daraus wird Körner-Mais gemacht und an die Schweine verfüttert.

Wenn die Kolben das Futtermaterial bilden, was passieret dann mit dem Rest der Pflanze?

Stegemann: Es wird gehäckselt und dient als Humus.

Wie viele Kolben hat eigentlich so eine Pflanze?

Hüntrup: Wir rechnen in der Regel eigentlich immer mit zwei Kolben im Ansatz. Das kann aber auch variieren.

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