Neues Projekt für Flüchtlinge Grüne Beete zwischen grauem Beton

Münster-Gievenbeck -

„Das ist eine total sinnvolle Arbeit“, meint Anna Ducki überzeugt. Die Tutorin im Fach Oecotrophologie an der Fachhochschule Münster führt ein ganz besonders Projekt an einem besonderen Ort durch.

Von Siegmund Natschke
Anna Ducki  (2. v. l. ) führt mit Studierenden auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes das Projekt „Grüne Beete“ durch. Flüchtlinge, die hier untergebracht sind, helfen mit Eifer bei der Gartenarbeit.
Anna Ducki  (2. v. l. ) führt mit Studierenden auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes das Projekt „Grüne Beete“ durch. Flüchtlinge, die hier untergebracht sind, helfen mit Eifer bei der Gartenarbeit.

Zusammen mit Studierenden hat sie auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Beete angelegt. Und Flüchtlinge, die in der ehemaligen Oxford-Kaserne untergebracht sind, machen mit Eifer mit.

„Der Kohlrabi kann geerntet werden, die Tomaten und die Zucchini brauchen noch ein bis zwei Wochen“, sagt Anna Ducki , der es sichtlich Spaß macht, „diesen Ort zu verschönern“, denn das sei „total toll“.

Das Konzept des „Urban Gardening“ sieht vor, graue Plätze in der Stadt grün zu machen. Seit 2013 arbeiten Studierende des Faches Oecotrophologie bereits an einem Gemeinschaftsgarten auf dem Leonardo-Campus. Ein Verein hat sich gegründet, der Name ist Programm: „Grüne Beete“.

Und nun ist die Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Oxford-Gelände dran – dort wo Beton und graue Farbe noch dominieren. Die Beete wurden im vergangenen Jahr angelegt, und nun können die Flüchtlinge ernten, und mit dem Ertrag Speisen zubereiten, wie sie etwa in ihrer Heimat üblich sind.

„Ein Mädchen hat uns neulich gezeigt, was man mit Zucchini für ein Gericht zubereiten kann. Da lernen selbst wir noch hinzu“, so Anna Ducki. Bereits die Arbeit mit der Erde sorge dafür, dass die Migranten erfahren, dass ihre Arbeit wichtig ist und wertgeschätzt wird.

Viele weitere Pflanzen warten noch auf die Ernte, auch Kräuter sind darunter wie Rosmarin und Zitronenmelisse. Die Flüchtlinge arbeiten gemeinsam mit den Studierenden einmal in der Woche an den Beeten. Die Migranten hätten oft Erfahrung im Anbau, meint die Tutorin. Der „grüne Daumen“ ist also international. Und macht auch hierzulande graue Plätze wieder farbig.

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