Angebot für junge Väter „Papazeit“ in Gievenbeck

Münster-Gievenbeck -

Das Kind hüten und dabei über Autos und Fußball sprechen? Für frisch gebackene Väter geht das in Hiltrup schon seit einem Jahr bei der „Papazeit“. Jetzt kommt das Projekt nach Gievenbeck.

Von Anna Spliethoff
Bällchenbad und dicke Matten: So sieht die „Papazeit“ in Hiltrup seit knapp einem Jahr aus. Ab September kommt das Projekt auch nach Gievenbeck und gibt Vätern die Möglichkeit, sich auszutauschen.
Bällchenbad und dicke Matten: So sieht die „Papazeit“ in Hiltrup seit knapp einem Jahr aus. Ab September kommt das Projekt auch nach Gievenbeck und gibt Vätern die Möglichkeit, sich auszutauschen. Foto: mlü

Die Kleinen spielen auf einem kuscheligen Teppich, die Mütter sitzen rundherum, tauschen sich aus, lernen sich kennen. Für frisch gebackene Mütter gibt es zahlreiche Angebote, um in Kontakt zu treten. Väter sind bei diesen offenen Treffs eher eine Seltenheit – und fühlen sich dann auch eher fehl am Platz.

Doch die Zahl der Väter, die sich ganz aktiv in die Betreuung ihrer Kinder einbringen, steigt. Knapp 35 Prozent aller jungen Väter in Münster nehmen durchschnittlich dreieinhalb Monate Elternzeit. Das sagt zumindest eine Studie der Caritas . Diesen Bedarf hat die soziale Hilfsorganisation gesehen. Seit gut einem Jahr gibt es in Hiltrup deshalb die „Papazeit“.

Dort kommen Väter zusammen, spielen mit ihren Neugeborenen und Kleinkindern. Sie sprechen über Fußball oder über Autos. Einmal pro Woche bietet die Beratungsstelle der Caritas die „Papazeit“ in Hiltrup an. Jetzt kommt das Angebot auch nach Gievenbeck.

„Die Väter reisen quer durch Münster, um an der ‚Papazeit‘ in Hiltrup teilzunehmen“, weiß Julian Schlundt . Er ist Psychologe und in der Caritas-Beratungsstelle in Gievenbeck tätig. Zusammen mit dem Sozialpädagogen Jonas Lemle holt er die „Papazeit“ jetzt in Münsters Westen. Losgehen soll es schon im September.

Entwickelt wurde das Konzept von einem 14-köpfigen Team, der Erziehungsberatung der Caritas, erklärt Schlundt. „Wir haben den Bedarf gesehen“, macht der Psychologe deutlich. Die „Papazeit“ in Hiltrup zeige, dass „das Konzept auf jeden Fall greift“.

In Gievenbeck arbeitet die Caritas bei dem Projekt mit dem Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum (MuM) zusammen. „Dort gibt es Räumlichkeiten, die wir nutzen können“, freut sich Schlundt über die Kooperation.

Doch wie sieht so eine „Papazeit“ aus? Julian Schlundt beschreibt, was die Väter und ihre Kinder erwartet: „Wenn man um 10 Uhr in den Raum kommt, sitzen dort fünf oder sechs oder vielleicht noch mehr Väter zusammen, die mit ihren Kindern spielen.“ Dafür gebe es jede Menge Spielsachen, sogar Rutschen und ein Bällchenbad dürfen in der „Papazeit“ genutzt werden.

„Die Väter haben die Möglichkeit sich auszutauschen. Und das in einer lockeren Atmosphäre.“ Julian Schlundt und Jonas Lemle begleiten die „Papazeit“. Und „wir können auch noch einen Rat in Sachen Erziehung geben.“

Die zweite „Papazeit“ wird auch nicht die letzte sein. „Nach den Herbstferien wollen wir in Kinderhaus den dritten Standort bilden“, erklärt Julian Schlundt. Das Angebot der „Papazeit“ ist kostenlos. Gerichtet ist das Projekt an Väter von Kindern, die zwischen null und drei Jahre alt sind.

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Stattfinden wird der offene Treff ab dem 25. September montags von 9.15 bis 10.45 Uhr im MuM, Gescherweg 87.

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