Ferien in Gievenbeck Kochen über offenem Feuer

Münster-Gievenbeck -

Rauch steigt über dem Fachwerk auf. Was normalerweise für Hektik, Angst und Nervosität sorgt, stillte am Donnerstag in Gievenbeck den Hunger. Denn beim Ferienprogramm wurde über einer offenen Flamme gekocht.

Von Anna Spliethoff
Der große Topf hing am Donnerstag schon über dem Feuer. Die Mädchen und Jungen in der Ganztagsbetreuung haben selbst eine Suppe gekocht. Außerdem wurden Trommeln und Schmuck aus Holzperlen gebastelt.
Der große Topf hing am Donnerstag schon über dem Feuer. Die Mädchen und Jungen in der Ganztagsbetreuung haben selbst eine Suppe gekocht. Außerdem wurden Trommeln und Schmuck aus Holzperlen gebastelt. Foto: f

Es war kurz nach zehn, als am Donnerstag Rauch über dem Innenhof des Fachwerks aufstieg. Für Nervosität sorgte das jedoch nicht. Mit Kettcars flitzten Kinder herum. Auch von den Nachbarn kamen keine besorgten Anrufe – sie sind solche Beobachtungen am Arnheimweg schon gewohnt.

Die Quelle des Rauchs war schnell auszumachen: Flammen züngelten in einer Feuerschale empor. Ein Lagefeuer am Morgen? Ja, aber nicht, um rundherum gemütlich Lieder zu singen. Auf dem Feuer sollte gekocht werden. Die Ganztagsbetreuung im Fachwerk hatte die „afrikanische Woche“ ausgerufen. Da sollte, so erklärte Lisa Schrichten , wie in Afrika gekocht werden.

Schrichten ist Hauptorganisatorin der Ferienangebote am Fachwerk. Zusammen mit ihren Mitarbeitern hat sie für die ersten drei Ferienwochen ein abwechslungsreiches Programm erarbeitet. Neben der Ganztagsbetreuung gibt es mit der „Kinder-Arena“ im Grünen Finger auch ein offenen Angebot: Kommen, Spielen, Gehen. So einfach ist es dort.

Doch in dieser Woche gab es im Grünen Finger Schwierigkeiten, gab Lisa Schrichten zu. Die Woche steht unter dem Motto „Wasserwelt“. Das habe jedoch auch das Wetter wörtlich genommen, beklagte Schrichten. Wegen des Dauerregens waren am Dienstag nur knapp 15 Kinder da. „Bei gutem Wetter sind es auch mal 40.“ Mittwoch sei trotzdem ein riesiges Bild aus Wassermalfarben entstanden: „Das sieht super aus.“

Anders als für die Arena, war für die Ganztagsbetreuung eine Anmeldung notwendig. „Ratzfatz waren wir ausgebucht“, freut sich Schrichten.

Mit dem ersten Schultag nach den Sommerferien starten auch schon die Anmeldungen für die nächsten Herbst-, Oster- und sogar Sommerferien.

In diesem Jahr gehen die Kinder der Ganztagsbetreuung auf Reisen. „In der ersten Woche waren wir in Ägypten“, so Schrichten. „Jetzt sind wir weiter in den Süden von Afrika gereist.“ Am Vormittag bieten Lisa Schrichten, der FSJ-ler Arne Nipper sowie die Mitarbeiter Jonas Keller und Jana von der Ahe verschiedene Workshops an. „In jeder Woche gibt es Angebote zum Basteln, für Action, zum Kochen und auch einen Ausflug.“

Am Mittwoch hatten sich die Kinder der Ganztagsbetreuung ins „Quni-Camp“ am Leonardo-Campus begeben. Mit dabei waren auch die Mädchen und Jungen, die am Ferienprogramm im La Vie und an der Oxford-Kaserne teilnehmen.

Was passt zu Afrika? Die Frage hatten sich die Organisatoren gestellt – und schnell Antworten gefunden. Es wurden Trommeln aus Blumentöpfen und Schmuck aus Holzperlen gebastelt. Über dem Feuer wurde eine Suppe aus frischen Zutaten gekocht. „Wie in Afrika sollten sich die Kinder auch hier mal ein bisschen selbst versorgen“, erklärt Lisa Schrichten. Am heutigen Freitag gibt es auch noch Bananenbrot – natürlich selbst gebacken.

Auch gemeinsame Spiele stehen auf dem Programm. Aber wer keine Lust hat, kann sich auch mit einem Fußball die Zeit vertreiben. Lisa Schrichten findet das gut so: „Es sind ja schließlich Ferien. Das Ziel ist, dass die Kinder hier genauso schöne Ferien haben wie die, die wegfahren.“ 

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