Beim Kinderfilmfest wurden Kinder zu Schauspielern Ein Traum wird Wirklichkeit

Münster-Coerde -

Großes Kino in Coerde: Das Begegnungszentrum an der Meerwiese war Abspielstätte für drei Filme des 35. Kinderfilmfestes Münster, das bis zum 29. Oktober im Schlosstheater stattfand.

Von Reinhold Kringel
Im Begegnungszentrum an der Meerwiese liefen in dieser Woche drei Filme des 35. Kinderfilmfestes Münster und ein Aktionsprogramm. 13 Jugendliche drehten selber einen Film und präsentierten stolz das Ergebnis.
Im Begegnungszentrum an der Meerwiese liefen in dieser Woche drei Filme des 35. Kinderfilmfestes Münster und ein Aktionsprogramm. 13 Jugendliche drehten selber einen Film und präsentierten stolz das Ergebnis. Foto: rkr

Zu Beginn der Woche stand ein Pippi-Langstrumpf-Film von 1969 auf dem Programm und Omas und Opas hatten freien Eintritt, wenn sie ihre Enkel ins Kino begleiteten. Am Mittwoch wurde „Amelie rennt“ gezeigt, und Produzent Philipp Budweg kam aus München in die Meerwiese, um alle Fragen der Kinder zu beantworten. Beliebteste Frage: „Wie wird man gecastet?“.

Für 13 Jugendliche wurde der Traum, in einem Film mitzuspielen, Wirklichkeit. Die Kinderkulturwerkstatt „Musifratz“ bot einen kostenlosen Workshop zur Produktion eines Kinderfilms an, der von der NRW-Förderung „Kulturrucksack“ finanziert wurde. Videopädagoge Rudolf Gier-Seibert und Schauspielerin Irmhild Willenbrink zeigten den Jugendlichen, wie es geht.

Das Drehbuch wurde an einem Tag entwickelt, und dann ging es an die Dreharbeiten und den Schnitt. Als Thema hatten sich die Jugendlichen die bunte Welt der Computerspiele ausgesucht, die bei übermäßigem Gebrauch den Verlust von echten Gefühlen im realen Leben mit sich bringt. Dieser kritische Ansatz wurde gekonnt und witzig in einem 15-minütigen Video umgesetzt, bei dem alle Nachwuchs-Filmstars mitspielten. „Die Jugendlichen machen jeden Produktionsschritt mit und jeder bekommt am Ende eine DVD zur Erinnerung an das Projekt“, sagte Gier-Seibert nach der Vorführung in der Meerwiese, für die das Publikum begeistert applaudierte. Am Sonntag lief der Film dann noch einmal im Schlosstheater in der Rubrik „Selbstgemachte Filme“.

„Für die Zehn- bis 14-Jährigen gibt es nicht viele Angebote im Kulturprogramm“, sagte die Leiterin des Begegnungszentrums, Gisela Haak, „Deshalb freue ich mich jedes Jahr wieder auf das Kinderfilmfest mit den Workshops in unserem Haus.“

Die Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen der Fachhochschule machten Mal-, Bastel- und Spielaktionen mit den Kindern, die zu den gezeigten Filmen passten. Vor der Münster-Premiere des Films „Zugvögel – wenn Freundschaft Flügel verleiht“ von Olivier Ringer konnten die Kinder zum Beispiel einen Schnabel aus Papier falten und mit Federn verzieren. Nach dem Film gab es einen Wettbewerb: Kleine Spielzeug-Enten konnten mit einem Kescher aus einem Mini-Swimming-Pool gefischt werden, während die Betreuer „Alle meine Entchen“ sangen.

Der Film erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Mädchen. Cathy bekommt von ihrem Vater zum Geburtstag ein Ei geschenkt. Sie ist enttäuscht und wendet sich ihren anderen Geschenken zu. Ihre behinderte Freundin Margaux sieht zu, als aus dem Ei plötzlich ein Küken schlüpft, das von nun an Margaux als seine Mutter ansieht.

Zwischen Küken und Rollstuhlfahrerin entwickelt sich ein inniges Verhältnis. Nach etlichen Abenteuern und Verwicklungen bringt das behinderte Mädchen mit Hilfe ihrer Freundin das Küken schließlich in die freie Natur, wo es sich einer Entenfamilie anschließt.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5256922?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F135%2F