Staudenvielfalt für Bienen wichtig
Das Laub einfach mal liegenlassen

Münster-Angelmodde -

Ein „ordentlicher“ Garten schade der Tierwelt, sagt Landschaftsgärtner Markus Neumann-Wedekind und empfiehlt den Garten jetzt im Winter sich selbst zu überlassen.

Samstag, 30.12.2017, 06:12 Uhr

Auch im eigenen Garten praktiziert der Angelmodder Landschaftsgärtner Markus Neumann-Wedekindt die von ihm propagierte Naturnähe.
Auch im eigenen Garten praktiziert der Angelmodder Landschaftsgärtner Markus Neumann-Wedekindt die von ihm propagierte Naturnähe. Foto: na

Das Zwitschern von Vögeln, das Summen von Bienen – wer hört das nicht gern in seinem Garten? Doch die Möglichkeit des Genießens wird immer geringer: Drastisch ist nach Zählungen der Rückgang bei den fliegenden Insekten, besorgnisregend ist er auch bei den Singvögeln.

Der Garten- und Landschaftsbauer Markus Neumann-Wedekindt liegt einer der wichtigsten Gründe dafür in dem Wunsch der meisten Menschen, einen möglichst pflegeleichten und damit immer „ordentlichen“ Garten zu haben. „Deshalb erfreut sich der Kies einer verstärkten Nachfrage.“ Laubbäume seien häufig verpönt, gewünscht dagegen die Anpassung des Gartens an die häufig architektonische Strenge des Wohnhauses. Den Tieren bleibt praktisch kein Lebensraum mehr, kein Schutz, keine ausreichende Nahrung.

Deshalb der dringende Appell des Angelmodders, jetzt im Winter das Laub einfach liegenzulassen und nicht wegzublasen. „Der Laubbläser tut der Natur gar nichts Gutes.“ Stauden nicht zurückzuschneiden, einfach zu versuchen, die Natur sich selbst zu überlassen, auch nicht jedes Unkraut auszureißen, lauten seine weiteren Wünsche. „Und wenn es auch nicht der ganze Garten ist, den man sich selbst überlässt, so findet sich auch in einem mehr oder weniger sterilen Garten irgendwo eine Nische dafür“, sagt Neumann-Wedekindt.

Zudem sei es besonders im Interesse der Bienen, jegliche Monokultur zu vermeiden. Ein befreundeter Imker habe ihm vor kurzem erzählt, dass eine Biene sich aus 13 verschiedenen Pollenarten ernähren müsse, damit ihr Immunsystem in Takt bleibe. „Darum ist eine Vielfalt bei der Staudenwahl immens wichtig“, sagt der Landschaftsgärtner, der zudem dafür plädiert, wenigstens einen Obstbaum im Garten zupflanzen und vielleicht auch ein paar Beerensträucher. So könne es gelingen, dem Garten eine persönliche Note zu geben, „Herz reinzubringen“, wie er sagt. Man sollte sich nicht scheuen, eine Eibe zu pflanzen, deren rote Beeren von vielen für giftig gehalten werden, es aber nicht sind, und für die Vögel eine wichtige Nahrungsquelle sind.

Neumann-Wedekindt praktiziert die von ihm propagierte Naturnähe auch im eigenen Garten. Eine Reihe verschiedener Hortensienarten wuchern noch ungezähmt über den Rand des Beetes, Laub findet sich in jedem Winkel des Gartens, auch auf seinem Kies. „Die Natur räumt sich selber auf“, sagt er. 

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