Tönskamp ist jetzt einzige Flüchtlingsunterkunft in Wolbeck – und die Trägerschaft wechselt So steht es um die Flüchtlingshilfe

Münster-Südost -

Wie ist die Gesamtsituation bei Geflüchtenen und Helfern in Münsters Südosten, wo drückt der Schuh? Mehrmals im Jahr treffen sich Ehrenamtliche und Hauptamtliche zum Austausch, diesmal am Dienstagabend in der Alten Schule in Angelmodde-Dorf.

Von Andreas Hasenkamp
Kontinuität und Wechsel: Manuela Willenborg (l.), Kim-Leonie Wagner sowie Ralf Bisselik, und Kerstin Hellmann (r.) aus dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Südost.
Kontinuität und Wechsel: Manuela Willenborg (l.), Kim-Leonie Wagner sowie Ralf Bisselik, und Kerstin Hellmann (r.) aus dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Südost. Foto: anh

Etliche Unterkünfte sind bereits geschlossen oder werden geschlossen, resümierte Kerstin Hellmann vom Sozialamt der Stadt Münster. Im Zuge dieses Schrumpfens tritt verstärkt das Sozialamt der Stadt an die Stelle der Wohlfahrtsverbände. In dieser Woche tritt Kim-Leonie Wagner vom Sozialamt ihren Dienst am Tönskamp an, der einzigen Unterkunft in Wolbeck. Sie war zunächst von der Caritas betreut worden. Wagner leitet dazu noch die Unterkunft in der Heidestraße. Die Unterkunft am Brandhoveweg ist bereits leer; jene am Angelsachsenweg schrumpfte von 400 auf 100 Bewohner und wird bald „komplett dichtgemacht“. Wagners Kollegin Kerstin Hellmann leitet die Unterkunft mit Familien an der Nieberdingstraße.

Es gebe „keine neuen Zuweisungen in Münster“, außer Zugängen über Familiennachzug, die könne „man aber an einer Hand abzählen“.

Einige der Helferinnen skizzierten ihre Erfahrungen nach bis zu zweieinhalb Jahren Kontakt mit Geflüchteten, vom Radfahr-Unterricht über Alphabetisierung bis hin zum Frauentreff. Da stehen unterschiedliche Resultate nebeneinander, vom Scheitern bis zu Erfolgen. Und alle formulieren unter dem Strich dass „es unheimlich viel Spaß macht“.

Eine ganze Reihe von Familien sei in Wohnungen gezogen, das Finden von Wohnraum sei aber nach wie vor schwierig. Etablieren möchte etwa Gudrun Bulla eine regelmäßige Gelegenheiten zum Treffen, „auch für Alteingesessene“.

Manuela Willenborg von der Caritas ist im Rahmen der Gemeinde St. Nikolaus zuständig für die Ehrenamtlich, Ralf Bisselik koordiniert vieles im Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Südost. Insgesamt 14 Menschen waren gekommen. Helfer sollen sich nicht überfordern, betonte Bisselik erneut.

Die Wunschzettel-Aktion sei „wieder sehr gut gelungen“, resümiert Ralf Bisselik. Sie zielt auf Flüchtlingskinder, ob sie nun in den Flüchtlingsunterkünften leben oder schon ausgezogen sind; dann kommen Paten als Vermittler ins Spiel. Gut 200 Wunschzettel waren zusammengekommen. Die meisten Wünsche hätten Schenkende gefunden.

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