Als Angelmodde noch den Beinamen „Künstlerdorf“ trug Ein großer Schritt in die Geschichte

Münster-Angelomodde -

Angelmodder Heimatfreunde zeigen im Gallitzinhaus Werke aus der Zeit der „Schanze“.

Von Andreas Hasenkamp
Gemälde und Bleiglas sind einige der Formate der Ausstellung Angelmodder Künstler, die der Vorstand der Heimatfreunde zeigt: Hein Götting, Uschi Dillmann, Dieter Fischer, Engelbert Honkomp, Ada Mädel, Ludwig Mädel, Kajo Plassmann.
Gemälde und Bleiglas sind einige der Formate der Ausstellung Angelmodder Künstler, die der Vorstand der Heimatfreunde zeigt: Hein Götting, Uschi Dillmann, Dieter Fischer, Engelbert Honkomp, Ada Mädel, Ludwig Mädel, Kajo Plassmann. Foto: Andreas Hasenkamp

Den Werken Angelmodder Künstler kann man ab Sonntag wieder im Gallitzin-Haus begegnen, und damit auch etlichen Angelmodder Motiven. Seit 2016 prägen regelmäßige Ausstellungen mit Künstlern aus dem Münsterland zuverlässig das Geschehen im Fachwerkhaus am Angelmodder Weg. Organisiert hat es Uschi Dillmann , stellvertretende Vorsitzende der Heimatfreunde und selbst Künstlerin. Sie hatte die Idee, nun jene Namen und Werke nach vorn zu rücken aus der Zeit, „als Angelmodde den Beinamen ‚Künstlerdorf‘ hatte“, wie es Hein Goetting beim Pressetermin am Montag ausdrückte. Fast der ganze Vorstand war erschienen, auch, um letzte Hand an zu platzierende Exponate zu legen: Kajo Plassmann, Ehrenvorsitzender, Ada und Ludwig Mädel, Dieter Fischer und der Vorsitzende, Engelbert Honkomp.

Für alle „Heimatfreunde“ Angelmoddes ist die Ausstellung, die bis Februar zu sehen sein wird, ein großer Schritt zurück in die Geschichte. Für einen Teil der Exponate griffen Angelmodder an ihre Wände. Andere Werke haben Besitzer den Heimatfreunden als Geschenk oder Dauerleihgabe übergeben. Ein Gemälde war aus Köln zurückgekehrt: Ein klammer Künstler hatte einst den Römerwirt für Speis und Trank mit einem Gemälde entgolten. Das Erbstück ging von dessen Sohn nun zurück nach Angelmodde zu den Heimatfreunden, so hatte das Testament es vorgesehen. Ein Stück kam aus der aufgelösten Volksbank-Filiale an der Ecke Höftestraße und Homann­straße. Elf Exponate sind es zusammen, Gemälde zumeist, auch Plastiken, ein Bleiglas-Fenster – von Leo Fernholz, gestorben 1958, Tönne Vormann (1993), Klaas Arning, Leonhard Pieper, Bernhard Peppinghege, 1919 Mitbegründer der Künstlergemeinschaft „Schanze“, Bernhard Miesch, Theo Junglas. Fast alle waren sie Mitglieder der Schanze. Ein „Anonymus“ ist auch unter den Gemälden. Die Vitrine zeigt Arbeiten von Adele Filbry, Thomas Frings, Julius Viertmann und Ingrid Janning. Die Motive umfassen meist Landschaftliches aus Angelmodde und Umgebung – aber mancher Künstler pflegte nicht nur das Gegenständliche. „Gar nicht typisch für ihn, das er so gegenstandslos malt“, sagte Ada Mädel zu zwei Werken Peppingheges.

Dann ist da noch Vincenz Pieper – die Glasfenster des Berliner Professors finden sich in den Kirchen St. Agatha, auch in St. Bernhard.

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Die Vernissage beginnt am Sonntag (5. November) um 11 Uhr mit einem einführenden Vortrag von Hein Götting zur Geschichte von Werken und Künstlern des „Künstlerdorfes“.

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