Auch in Wolbeck und Angelmodde unterhält der Staat dauerhaft Gräber für Kriegsopfer Sie haben ewiges Ruherecht

Münster-Südost -

Die stillen Feiertage stehen vor der Tür und damit die besondere Erinnerung an liebe Verstorbene. Die Feiertage Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag sind allgemein bekannt. Wenig bekannt ist, dass die letzten Ruhestätten der verstorbenen Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft einen ganz besonderen Schutz genießen: „Kriegsgräber dürfen nicht entfernt werden“, erläutert der Fachstellenleiter des münsterischen Friedhofswesens, Wilhelm Klönne. „Anerkannte Opfer von Krieg und Gewalt genießen ein dauerhaftes Ruherecht.“

Von Iris Sauer-Waltermann
Ein unbekannter Soldat  ist auf dem Friedhof Homannstraße bestattet. Die Unterhaltung von Kriegsgräbern ist Sache des Bundes. Viele Gräber werden jedoch bis heute von Angehörigen gepflegt.
Ein unbekannter Soldat  ist auf dem Friedhof Homannstraße bestattet. Die Unterhaltung von Kriegsgräbern ist Sache des Bundes. Viele Gräber werden jedoch bis heute von Angehörigen gepflegt. Foto: isa

Wenig bekannt ist auch, dass zahlreiche so genannte „Kriegsgräber“ auf vielen kirchlichen und kommunalen Friedhöfen zu finden sind, auch in Wolbeck und Angelmodde. „Die Unterhaltung dieser Gräber geschieht im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland“, erläutert Wilhelm Klönne : „Die Kommunen regeln Instandhaltung und Pflege, die Kosten dafür übernimmt der Bund.“ Und das unbegrenzt.

Über ganz Münster verteilt gibt es insgesamt 2777 Kriegsgräber. Darin sind nicht nur Soldaten bestattet. „Bedingung für den besonderen Status ist, dass die Betroffenen an direkten oder indirekten Folgen des Krieges verstorben sind“, so Klönne. Dazu zählen auch zivile Opfer des Krieges, Menschen die später an Kriegsfolgen gestorben sind sowie Opfer nationalsozialistischer Gewaltmaßnahmen.

Namen der Verstorbenen und weitere Informationen sind – soweit bekannt – in einem städtischen Verzeichnis aufgelistet. Zwölf Kriegsgräber befinden sich auf dem Angelmodder Friedhof St. Agatha. Zwei Einzelgräber zeugen dort vom Tod der „Haustochter“ Josefa Haves und des niederländischen Zwangsarbeiters Johannes Beckers, der am 10. Oktober 1943, wahrscheinlich bei einem der großen Bombenangriffe auf Münster, ums Leben kam. Ein Gemeinschaftsgrab des Friedhofs St . Agatha vereint zehn Verstorbene – Männer, Frauen und Kinder mit polnischer, russischer und hollandischer Nationalität. Begraben sind hier Arbeiter, Arbeiterinnen und Soldaten. Ein unbekannter Soldat ruht auf dem Friedhof Homannstraße, zwei weitere Kriegsgräber für Franz Greune und Agnes Schinke finden sich auf dem Friedhof Eschstraße.

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