Gottesdienste, Workshops und ein Familiennachmittag zum Reformationsjubiläum „Endlich frei“ in vielen Facetten

Münster-Südost -

Bunt wie der Regenbogen war der ökumenische Gottesdienst zum Reformationsjubiläum am Sonntag in der Friedenskirche. Bunt wie der Ökumenische Arbeitskreis, die neu gegründete Kirchenband, die Orgel, der Posaunenchor sowie die vielen Gäste der evangelischen und der katholischen Gemeinde. Für Farbe sorgten auch die Bilder, die am Freitagabend in der St.-Ida-Kirche entstanden waren und nun an der Säule des Bildkreuzes der Ökumene fixiert wurden und die Boote, die Eltern und Kinder beim samstäglichen Familiennachmittag in der Christuskirche Wolbeck gebastelt hatten und die jetzt die Fensterbänke der Friedenskirche verzierten.

Von Helga Kretzschmar
Gemeinsam Basteln und Spielen macht Spaß. Eltern und Kinder gestalten am Samstag Boote in der Christuskirche.
Gemeinsam Basteln und Spielen macht Spaß. Eltern und Kinder gestalten am Samstag Boote in der Christuskirche. Foto: hk

„Endlich Frei!“ hieß das Motto der Jubiläumsveranstaltungen zum Reformationsjubiläum in Münster-Südost. Den ökumenischen Gottesdienst am Sonntag in der Friedenskirche gestalteten die Pfarrer Hartmut Hawerkamp und Thomas Schulz sowie Heinz-Willi Kehren gemeinsam. Frei zu sein, heißt nach der Geschichte von Saulus zu Paulus, „alles oder nichts“. Eine völlige Kehrtwende. Mehr wollen als man tun kann, ein Widerspruch wurde thematisiert, der nie aufhört. So empfanden es auch die Gemeindemitglieder. Frei zu sein, frei zum Scheitern in vollem Vertrauen zu sich selbst, zum Glauben.

Am Freitagabend bereits hatte Pfarrer Thomas Schulz eine sehr gut besuchte Bibelnacht in der St.-Ida-Kirche angeboten. Unter dem Motto „Un-Glaublich frei“ hatten die Teilnehmer Zeit für Ruhe, Besinnung und für Austausch.

In kreativen Workshops konnte man das Leben von Petrus und Paulus nachvollziehen und entdecken, was dies für das eigene Leben bedeuten könnte. Außerdem lasen die Teilnehmer Texte zur südamerikanischen Befreiungstheologie. Kreativ war auch die Bemalung der Luther-Figur, die zuvor vor St. Nikolaus und St. Ida stand und dann am Eingang der Friedenskirche zum Gottesdienst einlud.

Am Familiennachmittag in der Christuskirche konnten Eltern und Kinder am Samstag nach Texten von Matthäus 14 den Weg des Petrus aus dem sinkenden Boot nachvollziehen und im Vertrauen eine Brücke zur helfenden Hand Jesu schlagen. Viele kreative Stationen halfen dabei, das Leben in all seinen Facetten zu verstehen. Zu verstehen, dass auch Angst und Schrecken begleitend sein können, aber dass immer jemand da ist, der helfen kann. Vertrauen heiße auch, blind geführt zu werden. Dies war eine der beliebtesten Stationen des Familiennachmittags. Petrus und Jesus auf dem See war eine Mut machende Geschichte. „Mut habe ich auch gebraucht, manchen gefiel das nicht“, sagte Pfarrer Dr. Christian Plate als Martin Luther verkleidet. „Päpste und Kaiser waren gegen mich. Und je höher die Wellen schlugen, desto mehr drohte ich zu versinken.“ Wie Petrus habe Luther auf Gott vertraut, in dem Tun, was seinem Willen entspricht.

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