Forensik Rückkehr ins Leben ermöglichen

Münster-Amelsbüren -

Es gibt auch ein Leben nach dem Maßregelvollzug. Doch was passiert da eigentlich mit jenen Menschen, die vorher hinter dicken Mauern ihr Leben verbracht haben? Sozialdienstler von der Christophorus-Klinik gaben Auskunft.

Von Peter Sauer
Gemeinsam informierten Carsten Schlamann, Judith Tusche, Heike Knappe vom Sozialdienst und Oberarzt Ansgar Osewold (v.l.) über die Christophorus-Klinik.
Gemeinsam informierten Carsten Schlamann, Judith Tusche, Heike Knappe vom Sozialdienst und Oberarzt Ansgar Osewold (v.l.) über die Christophorus-Klinik. Foto: Peter Sauer

Seit 2011 leben 54 Forensik-Patienten in der Christophorus-Klinik. Was passiert, wenn manche nach dem Maßregelvollzug entlassen werden? Fast nur Gutes. Das ist das Fazit von vier Vorträgen von Mitarbeitern des Sozialdienstes vor 30 Zuhörern beim Forensik-Forum am Donnerstagabend.

„Von rund 40 Patienten, die seit 2011 in eine Langzeitbeurlaubung gingen, sind nur drei dauerhaft in die Klinik zurückgekehrt. Alle anderen sind stabil in ihrem sozialen Umfeld angekommen“, teilte Oberarzt Ansgar Osewold mit. Es gehe um eine verantwortungsvolle Entlassung bei guter Prognose.

In den ersten zwölf bis 24 Monaten müssen sich die Ex-Patienten in allen Lebensbereichen erproben. 95 Prozent leben in Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Es sei nicht immer einfach diese Einrichtungen von ihren neuen Bewohnern zu überzeugen, sagte Sozialpädagogin Heike Knappe . „Gegenseitiges Kennenlernen, netzwerken und die finanzielle Unterstützung helfen.“

Sozialpädagogin Judith Tusche erläuterte, wie das Nachsorge-Team monatelang die Entlassenen begleitet, zunächst wöchentlich, dann in größeren Abständen. Es gibt einen 24-stündigen Bereitschaftsdienst.

Die Zuhörer stellten viele Fragen und erfuhren zum Beispiel, das es gute Erfahrungen damit gibt, wenn Ex-Patienten wieder in ihre Heimat zurückkehren.

Heike Knappe bilanzierte: „Je besser die Re-Integration in die Gesellschaft verläuft, desto geringer das Risiko-Potenzial eines Rückfalls.“

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